Carsten Schneider (SPD) hat sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gegen die Kritik an der Förderung erneuerbarer Energien gewehrt. Wer gegen die Energiewende zu Felde ziehe, schade dem nationalen Interesse, sagte der Minister. Er reagierte damit auf den Streit mit Katherina Reiche, die als Verbandschefin die Kosten der Solarförderung kritisiert hatte.
Schneider wies den Vorwurf zurück, dass Solaranlagen vor allem Reichen zugutekämen. „Solaranlagen sind keine Sache der Reichen“, betonte er. Die Technologie sei inzwischen so günstig, dass sie sich für viele Haushalte lohne. Die Debatte über die Kosten der Energiewende sei oft überzogen.
Zugleich warnte der Minister vor überzogenen Erwartungen an die Kanzlerschaft von Friedrich Merz (CDU). „Manche Erwartungen an die Kanzlerschaft von Friedrich Merz waren stark übertrieben“, sagte Schneider. Die Union sei „zum Teil auch Opfer der eigenen vollmundigen Wahlkampfversprechen geworden“. Auch in Teilen der Wirtschaft habe es die unrealistische Annahme gegeben, ein Regierungswechsel allein mache alles gut.
Schneider verwies auf externe Faktoren wie die Politik von US-Präsident Donald Trump, die Zölle, den Irankrieg und die veränderte Rolle Chinas als Wettbewerber. Das bisherige deutsche Geschäftsmodell mit günstiger Energie aus Russland und offenen Weltmärkten sei in Schieflage geraten. Dennoch genieße Deutschland international noch immer großen Respekt.
Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass Deutschland mit grüner Technologie neue Chancen nutzen könne. „Wenn wir uns dem Neuen zuwenden, haben wir gute Chancen, zum Beispiel mit grüner Technologie“, sagte er. Er versuche, diese Aufbruchsstimmung zu vermitteln. Auf die Frage nach dem Frieden, den Wal Timmy jetzt habe, antwortete Schneider nicht weiter.
Quelle: www.faz.net



