Christian Schmidt, der seit August 2021 über die Nachkriegsordnung in Bosnien-Herzegowina wacht, hat am Montag seinen Rücktritt als Repräsentant angekündigt. Der CSU-Politiker gab an, dies „schweren Herzens“ zu tun, und sieht sich dabei offenbar dem Druck der Trump-Regierung ausgesetzt. Schmidt leitet das Büro des Hohen Repräsentanten (OHR), das ursprünglich als Provisorium gedacht war, um die Nachkriegsordnung gemäß dem Dayton-Abkommen von 1995 zu überwachen.
In seiner Funktion hat der Hohe Repräsentant außergewöhnliche Vollmachten, darunter die Fähigkeit, Gesetze zu erlassen und gewählte Politiker abzusetzen. Schmidt äußerte sich besorgt über das zunehmend gefährliche politische Klima in Bosnien-Herzegowina und warnte im UN-Sicherheitsrat vor einer „fortschreitenden Demontage staatlicher Institutionen“ sowie einem Wiederaufflammen hetzerischer Rhetorik.
Sein Rücktritt könnte weitreichende Folgen für die Stabilität in der Region haben, da das OHR eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Friedens und der politischen Ordnung spielt. Schmidt war in seiner Amtszeit immer wieder mit Kritik und Angriffen konfrontiert, was die Herausforderungen seiner Position verdeutlicht.



