Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:06 DE / UKR / EN

Deutschland lehnt Trumps Forderung zur Hormus-Sicherung ab

Die Bundesregierung widersetzt sich einem Aufruf von US-Präsident Donald Trump, NATO-Staaten sollten sich an der Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus beteiligen. Die Ablehnung aus Berlin zeigt erneut die wachsenden transatlantischen Spannungen in der Sicherheitspolitik.

Deutschland lehnt Trumps Forderung zur Hormus-Sicherung ab
Bild: Tagesschau

Die Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten nehmen eine neue Wendung. US-Präsident Donald Trump hat NATO-Staaten aufgefordert, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen – Deutschland lehnt dies kategorisch ab.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten der Welt. Etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert diese schmale Wasserstraße zwischen dem Iran und Oman. Jüngste Angriffe auf Tanker in der Region haben die Sorge vor einer Eskalation erhöht.

Trumps Forderung kommt zu einem besonders heiklen Zeitpunkt. Die USA haben ihre Militärpräsenz im Nahen Osten zuletzt verstärkt, während europäische Staaten versuchen, den Atomdeal mit dem Iran zu retten. Berlin fürchtet, eine direkte militärische Beteiligung könnte die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen.

Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte die Ablehnung gegenüber der Tagesschau. Deutschland setze weiter auf diplomatische Lösungen und wolle keine zusätzlichen Truppen in die Region entsenden. Diese Position teilen mehrere europäische Partner, die ebenfalls Zurückhaltung signalisieren.

Die transatlantischen Beziehungen stehen seit längerem unter Druck. Handelskonflikte, unterschiedliche Haltungen zum Iran und Fragen der Verteidigungsausgaben belasten das Bündnis. Trumps jüngster Vorstoß zeigt erneut, wie weit die Positionen in sicherheitspolitischen Fragen auseinanderdriften.

Für Deutschland ist die Entscheidung auch innenpolitisch relevant. Die Bundeswehr ist bereits an mehreren internationalen Missionen beteiligt, neue Einsätze wären schwer zu vermitteln. Zudem könnte eine Beteiligung an einer US-geführten Mission im Nahen Osten die Beziehungen zum Iran weiter belasten.

Experten warnen vor den Konsequenzen einer weiteren Eskalation. Die Straße von Hormus bleibt ein neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft. Eine Unterbrechung der Schifffahrt hätte spürbare Auswirkungen auf die Energiepreise und die globale Konjunktur.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob andere NATO-Staaten Trumps Aufruf folgen. Bisher gibt es keine Anzeichen für eine breite Unterstützung. Die europäischen Regierungen bevorzugen weiterhin diplomatische Kanäle, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten.