Sa., 06 Juni 2026 Berlin 21:22 DE / UKR / EN

EU-Einigung zur Förderung der Medikamentenproduktion in Europa

In Brüssel haben Unterhändler der EU neue Regeln zur Unterstützung der Arzneimittelproduktion beschlossen. Diese sollen die Abhängigkeit von externen Lieferanten verringern.

EU-Einigung zur Förderung der Medikamentenproduktion in Europa
Bild: abendzeitung-muenchen.de

Im Kampf gegen Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten haben sich die Unterhändler der Europäischen Union (EU) auf neue Regeln geeinigt. Diese sollen die Produktion von Arzneimitteln in Europa erleichtern und mit öffentlichen Geldern unterstützen, wie die Vertreter des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten mitteilten.

Neophytos Charalambides, der zyprische Gesundheitsminister, erklärte: „Die Patienten sollten sich keine Sorgen darüber machen müssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke oder ihrem Krankenhaus verfügbar sind.“ Einigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Menschen in Europa in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten hatten, bestimmte Medikamente zu erhalten.

Die neuen Regeln sehen vor, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge künftig bevorzugt Medikamente berücksichtigt werden, die in Europa hergestellt werden. Dies soll dazu beitragen, sichere Lieferketten zu schaffen und die Abhängigkeit von wenigen Ländern zu reduzieren. EU-Kommission stammen derzeit etwa 80 bis 90 Prozent der Medikamente in Europa aus Asien, insbesondere aus China.

Ein weiterer Aspekt der Einigung betrifft die schnellere Genehmigung sogenannter strategischer Projekte, die für die Versorgung mit kritischen Arzneimitteln wichtig sind. Medikamente sind für Patienten von entscheidender Bedeutung, da es oft nur wenige oder gar keine Alternativen gibt.

Die neuen Regelungen müssen nun noch vom Europaparlament und den EU-Staaten bestätigt werden, was in der Regel als Formsache gilt, wenn ein Kompromiss erzielt wurde.