EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die jüngste Zinserhöhung gegen Kritik verteidigt. Der Schritt sei in drei verschiedenen Szenarien robust, sagte Lagarde laut Euronews. Die Notenbank hatte den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben – die erste Erhöhung seit September 2023.
Kritiker befürchten, dass höhere Zinsen die Konjunktur zusätzlich belasten und die Inflation erst 2027 wieder auf das Zwei-Prozent-Ziel der EZB sinken könnte. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Unternehmen und Verbraucher, was die Nachfrage dämpft, aber auch Sparern zugutekommt, wenn Banken die höheren Sätze weitergeben.
Hintergrund der Entscheidung ist der Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Teuerung im Euroraum lag im Mai bei 3,2 Prozent, deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. In Deutschland betrug die Inflation 2,6 Prozent, gebremst durch den Tankrabatt. Noch im Januar – vor Kriegsbeginn – lag die Rate bei 1,7 Prozent.
Die Sparzinsen waren zuletzt bereits gestiegen, da die Erhöhung erwartet wurde. Laut Vergleichsportal Verivox brachte bundesweit verfügbares Festgeld mit zwei Jahren Laufzeit im Schnitt gut 2,3 Prozent, Tagesgeld 1,3 Prozent. Neukunden lockten einige Banken zeitweise mit bis zu vier Prozent aufs Tagesgeld.
Quelle: de.euronews.com



