Die Demonstration stand unter dem Motto „Von Trauer zu Wut und Widerstand – Demo gegen Faschistische Gewalt in Göttingen“. Die Polizei meldete am Montagabend, dass es während des Zugs durch die Innenstadt zu keinen Zwischenfällen gekommen sei. Bereits am Sonntagabend hatten sich spontan rund 600 Menschen am Albaniplatz versammelt, um gegen rechtsextreme Gewalt zu protestieren.
Der 23-Jährige war am Wochenende von einem spitzen Gegenstand am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Ermittler fanden bei einem 17-jährigen Tatverdächtigen ein Messer, das als Tatwaffe in Frage kommt. DNA-Spuren daran werden noch untersucht. Der 17-Jährige wurde am Sonntag im Göttinger Ostviertel vorläufig festgenommen, aber am Abend wieder freigelassen.
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Jugendliche möglicherweise aus Notwehr gehandelt habe. Zeugenaussagen und die Nähe des Tatorts zum Wohnhaus des Beschuldigten deuteten darauf hin, so Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue. Daher bestehe kein dringender Tatverdacht, der einen Haftbefehl rechtfertigen würde. Der 17-Jährige habe zunächst von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.
Das Opfer befand sich am Montag außer Lebensgefahr und in stabilem Zustand, war aber noch nicht vernehmungsfähig. Wann eine Vernehmung möglich ist, blieb laut Staatsanwaltschaft unklar. Die Polizei hatte von Anfang an einen politisch motivierten Hintergrund nicht ausgeschlossen und den Staatsschutz eingeschaltet. Nach NDR-Informationen gehört der 23-Jährige mutmaßlich dem linken Spektrum an. Aus seinem Umfeld liegt ein Statement vor, wonach er nicht auf Gewalt aus gewesen sei.
Quelle: www.ndr.de



