Das brandenburgische Bildungsministerium und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung zur politischen Bildung an Schulen geschlossen. Jugendoffiziere können demnach als externe Referenten in den Unterricht eingeladen werden, um über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, globale Krisenbewältigung sowie nationale und europäische Sicherheitsinteressen zu diskutieren. Die Einladung muss von der Schule ausgehen, und die Inhalte müssen sich im Rahmen der bestehenden Lehrpläne bewegen.
Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) erklärte laut Mitteilung, die Zusammenarbeit stärke die Urteilsfähigkeit der Schüler und vermittele Einblicke in staatliche Verantwortung. Die Jugendoffiziere seien an die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses gebunden, insbesondere an das Überwältigungsverbot, das eine Indoktrination der Schüler verbietet. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung, sicherheitspolitische Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Kritik kommt von der BSW-Fraktion im Landtag. Der bildungspolitische Sprecher Falk Peschel bezeichnete die Vereinbarung als „institutionalisierte Werbung für Krieg in unseren Klassenzimmern“ und forderte deren sofortige Aussetzung. Die Entscheidung über die Einladung der Jugendoffiziere bleibe jedoch weiterhin in der Hoheit der einzelnen Schulen.
Quelle: www.tagesspiegel.de



