Die Krise im Verhältnis zwischen Regierenden und Regierten ist substanziell und emotional. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, Politiker sprächen an ihnen vorbei, seien austauschbar und unauthentisch. Ein Heer von Sprechautomaten, so der Eindruck, schraube immer dieselben Phrasen neu zusammen.
In diese Gemengelage fällt der Fall von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). Wie die ZEIT berichtet, hat Voigt offenbar Reden von Künstlicher Intelligenz (KI) schreiben lassen. Der Autor des Kommentars argumentiert, dass Politiker sich ihrer wichtigsten Ressource berauben, wenn sie KI für Reden nutzen: der eigenen Stimme und Authentizität.
Die Verwendung generischer Phrasen und austauschbarer Sprache verstärke das Bild von Politikern als Sprechautomaten. Im Kontrast dazu stünden Politiker wie Björn Höcke (AfD), die mit individueller, wenn auch fragwürdiger Sprache auffielen. Die Sehnsucht nach Authentizität und echter Verbindung zu den Wählern bleibe in der politischen Kommunikation unerfüllt.
Der Fall Voigt zeigt, wie KI die ohnehin angeschlagene Glaubwürdigkeit von Politikern weiter untergraben kann. Worte nicht selbst finde, so der Tenor, solle kein Politiker werden.
Quelle: www.zeit.de



