Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) stellte die Pläne am Mittwoch in Kiel vor. Ziel sei eine gezieltere Organisation der Versorgung, erklärte sie. Die bundesweite Krankenhausreform zwingt die Länder, Kliniken künftig bestimmte Leistungsgruppen zuzuweisen – abhängig von Personal, Ausstattung und Fallzahlen. Der Medizinische Dienst prüft derzeit die Anträge der Häuser, bis Ende des Jahres soll feststehen, wer welche Eingriffe anbieten darf.
Die sechs Versorgungsregionen orientieren sich nicht nur an Verwaltungsgrenzen, sondern auch an den tatsächlichen Patientenströmen. Die Region Süd-West etwa umfasst die Kreise Pinneberg und Steinburg sowie Norderstedt; das Klinikum Itzehoe fungiert dort als zentraler Anker. Auf Kreisebene müssen Grund- und Basisnotfallversorgung wie innere Medizin oder Geriatrie wohnortnah erreichbar sein. Auf Regionsebene sind spezialisierte Leistungen wie Geburtshilfe oder Kinderheilkunde mindestens einmal vorzuhalten.
Von der Decken betonte, die Grund- und Notfallversorgung müsse überall im Land gesichert bleiben. Bei planbaren Spezialeingriffen wie einem künstlichen Kniegelenk seien längere Wege zumutbar – laut Patientendaten seien die Menschen dazu bereit. Schwierige Entscheidungen erwartet sie vor allem im Raum Kiel und Neumünster, wo teils ein Überangebot bestehe. Die Besonderheiten Schleswig-Holsteins mit Inseln, Halligen und weiten Flächen sollen bei der Umsetzung berücksichtigt werden.
Patrick Reimund von der Krankenhausgesellschaft begrüßte die Reform als grundsätzlich notwendig. Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer, warnte jedoch, dass die Zuweisung von Leistungsgruppen die ärztliche Weiterbildung erschweren könnte. Der FDP-Landtagsabgeordnete Heiner Garg forderte nachvollziehbare Perspektiven für die Standorte und ausreichend Zeit für die Umsetzung.
Quelle: www.ndr.de



