Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:39 DE / UKR / EN

Leipzig: Amokfahrer wird in psychiatrische Klinik gebracht

Ein Fahrzeug stürmte durch die Fußgängerzone in Leipzig; nach Angaben der Polizei sind zwei Menschen tot und mindestens zwei schwer verletzt. Die Stadt prüft Sicherheitsmaßnahmen, und Hilfsangebote sind vor Ort aktiv.

Leipzig: Amokfahrer wird in psychiatrische Klinik gebracht
Bild: EuroPulse

Wie die Tagesschau berichtet, fuhr ein Fahrzeug durch eine Fußgängerzone in Leipzig und tötete mutmaßlich zwei Menschen; mindestens zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Tatverdächtige in eine psychiatrische Klinik gebracht. Die betroffene Einkaufsstraße ist inzwischen wieder für den Verkehr geöffnet, wie die Tagesschau mitteilt.

Die Anteilnahme in der Stadt ist groß. An zentralen Orten wie der Fassade des Paulinums der Universität Leipzig legen Menschen Blumen ab; die Innenstadtkirchen St. Nikolai und St. Thomas bieten ganztägig Raum zum Trauern und Gedenken. Im Rathaus und in der Nikolaikirche liegen Kondolenzbücher aus, berichtet die Tagesschau.

Die Stadtverwaltung kündigte an, das Sicherheitskonzept zu überdenken. Oberbürgermeister Burkhard Jung (Sozialdemokratische Partei Deutschlands, SPD) erklärte laut Tagesschau, die Grimmaische Straße könne nicht dauerhaft mit Fahrzeugen befahren werden; erste Maßnahmen sollen noch am Tag des Berichts umgesetzt werden. Zugleich betonte Jung, die Innenstadt solle nicht zu einer Festung werden und müsse Orte des Miteinanders und der Begegnung bleiben, wie die Tagesschau wiedergibt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Christlich Demokratische Union Deutschlands, CDU) sagte dem Bericht zufolge, bei Menschen mit psychischen Erkrankungen bleibe eine gewisse Ohnmacht, vor solchen Taten vollständig zu schützen. Der Experte für Veranstaltungsmanagement Thomas Sakschewski verwies laut Tagesschau darauf, dass hundertprozentiger Schutz öffentliche Räume nur mit unverhältnismäßigen baulichen Maßnahmen und Zugangskontrollen erreichen würde.

Die Kriseninterventionsteams in Leipzig sind weiterhin mit mehreren Teams im Einsatz und ansprechbar. Heike Stellmacher vom Kriseninterventionsteam riet laut Tagesschau Betroffenen davon ab, sich zurückzuziehen; stattdessen solle man mit qualifizierten Kräften sprechen. Seelsorger und Mitarbeiter der Krisenintervention stehen dem Bericht zufolge in der Innenstadt für Gespräche zur Verfügung.

Als Reaktion auf die Tat hat der Rundfunkanstalt Mitteldeutschland (MDR) kurzfristig Programm angepasst: Die Sendung "Fakt ist!" widmete sich dem Thema und brachte Zuschauer, Augenzeugen und Oberbürgermeister Burkhard Jung in den Bürgertalk, wie die Tagesschau berichtet. Insgesamt wird die Debatte um sichere Innenstädte nach der Amokfahrt wieder geführt; die Stadt Leipzig prüft laut Tagesschau nun systematisch Zufahrtswege und weitere Schutzmaßnahmen.

Quelle: Tagesschau