Margus Tsahkna, seit 2023 Außenminister Estlands, sieht Russland erstmals in einer schwächeren Position. „Russland gewinnt nichts auf dem Schlachtfeld, sie verlieren sehr viele Menschen“, sagte er der Zeit. Monatlich gebe es rund 35.000 Tote und Verwundete auf russischer Seite. Auch die Rekrutierung laufe nicht mehr wie früher, die Wirtschaft leide und innenpolitische Spannungen nähmen zu.
Die weitreichenden ukrainischen Präzisionsangriffe träfen Russland hart, so Tsahkna. Die russische Bevölkerung fühle sich nicht mehr sicher. Vor diesem Hintergrund versuche Putin, Europa in Verhandlungen zu verwickeln – ein Manöver, das Tsahkna als gefährliche Falle bezeichnet. Europa müsse den Druck auf Russland erhöhen, um echte Verhandlungen zu ermöglichen.
Tsahkna betonte die Bedeutung der Ukraine für die europäische Sicherheit und plädierte für eine klare Positionierung der EU. Die Diskussion um eine mögliche Stationierung von Atomwaffen in Estland zeige die angespannte Lage in der Region.
Quelle: www.zeit.de



