Luigi Pantisano, designierter Co-Vorsitzender der Linken, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als „Versager“ bezeichnet und der CDU vorgeworfen, „faschistische Politik“ zu betreiben. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung sagte der 46-jährige Bundestagsabgeordnete am Freitag auf dem Linken-Parteitag in Potsdam: „Letztlich gibt es gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.“
Pantisano will sich auf dem Parteitag zum Nachfolger von Jan van Aken wählen lassen, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt. Gemeinsam mit der bisherigen Co-Chefin Ines Schwerdtner soll er die Partei führen. Schwerdtner kündigte harte Auseinandersetzungen mit der AfD an und sagte der dpa: „Wir werden den Osten nicht den Nazis überlassen.“ Sie kritisierte zudem die schwarz-rote Koalition unter Merz scharf: „Merz geht mit der Kettensäge an unsere Rente, unsere Gesundheit, unsere Arbeitszeit, unsere Bildung.“
Hintergrund der Debatte sind die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die AfD liegt in Umfragen vorn, in Magdeburg hofft sie auf den Ministerpräsidenten. Die CDU lehnt bisher jede Zusammenarbeit mit den Linken ab, doch ohne die AfD könnten Mehrheiten schwer zu finden sein. Laut „Politbarometer“ von ZDF und Tagesspiegel hält eine Mehrheit von 57 Prozent der Befragten es für falsch, dass die CDU an ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der Linken festhält.
Quelle: www.tagesspiegel.de



