Die jüngsten Umbesetzungen betreffen unter anderem das Verteidigungsministerium, den Sicherheitsdienst SBU und das Innenministerium. Bereits am 16. Juli hatte Selenskyj den bisherigen kommissarischen SBU-Chef Jewhen Chmara zum neuen kommissarischen Verteidigungsminister ernannt. Chmara löste Mychajlo Fedorow ab, der zuvor zurückgetreten war.
Chmara sei ein „idealer Kandidat“ für den Posten, hieß es aus dem Präsidentenbüro. Er verfüge über umfangreiche Sicherheits- und Führungserfahrung sowie Kenntnisse der Frontlage. Die Berufung sei für ihn eine „professionelle Herausforderung“ und „ernsthafte Verantwortung“, zitierte die BBC einen mit den Vorgängen vertrauten Gesprächspartner.
Mit Chmaras Wechsel stellte sich die Frage der SBU-Führung. Am 17. Juli wurde bekannt, dass der erste stellvertretende SBU-Chef Oleksandr Poklad die Behörde kommissarisch leitet. Poklad gilt als umstrittene Figur: Zwischen ihm und dem Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, besteht ein langjähriger Konflikt, unter anderem wegen des Todes des ukrainischen Unterhändlers Denys Kirejew im März 2022. Das Präsidentenbüro versicherte jedoch, Selenskyj habe die „roten Linien“ mit Budanow abgestimmt, sodass eine Eskalation vorerst unwahrscheinlich sei.
Die BBC berichtete, dass Poklad für Selenskyj praktisch alternativlos sei, da er über enorme Erfahrung und Einfluss innerhalb des SBU verfüge und an zahlreichen wichtigen Operationen beteiligt gewesen sei. Zugleich bleibt offen, ob Selenskyj auch den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, entlassen wird – dies sei die zentrale Frage der kommenden Woche.
Quelle: www.bbc.com



