Im Wyperfeld-Nationalpark im Nordwesten Victorias haben zwei Buschbrände innerhalb von zwölf Jahren fast alle alten heimischen Kiefern vernichtet. Das berichtet der Guardian. Das Gebiet ist ein zentraler Brutplatz für die gefährdeten Rosa-Kakadus (Lophochroa leadbeateri), die auf die Nadelbäume als Nisthöhlen und Nahrungsquelle angewiesen sind.
Der Ökologe Dr. Victor Hurley, der die Vögel seit Jahrzehnten beobachtet, nennt sie „Flammenhauben“ oder manchmal einfach „Flammen-Kakadus“ – wegen ihres feuerroten und gelben Streifenkamms und des lachsfarbenen Schimmers unter den Flügeln. Hurley erklärte gegenüber dem Guardian, dass die Art auf die heimischen Schlankzypressen (Callitris gracilis) angewiesen ist. Für eine Bruthöhle müssten die Bäume mindestens 85 Jahre alt sein, idealerweise 125 Jahre oder älter.
Bereits vor den jüngsten Bränden waren sehr große, alte Kiefern durch frühere Rodungen und ein Großfeuer im Jahr 2014 extrem selten geworden. Dieses Feuer zerstörte 60 Prozent der Kiefern-Ebene und vernichtete 97 Prozent der bekannten höhlentragenden Bäume im verbrannten Gebiet. Im Januar 2025 verbrannten dann weitere 70 Prozent des Kernlebensraums der Kakadus, der sogenannten Kiefern-Ebene.
Am Eingang des Parks beobachten Forscher derzeit, wie sich die Vögel auf Aleppo-Kiefern niederlassen – einer nicht heimischen Art. Die Tiere wirken dort zwar zufrieden, doch die heimischen Nadelbäume, die sie für die Aufzucht ihrer Jungen brauchen, sind im Parkinneren weitgehend verschwunden. Die Art ist damit in ihrem Fortbestand akut bedroht.
Quelle: www.theguardian.com



