Der stellvertretende polnische Verteidigungsminister Pawel Zalewski erklärte, die ukrainische Seite zeige derzeit kein Interesse an den polnischen MiG-29-Jets. Die Verzögerung habe zwei Ursachen: Zum einen wolle die Ukraine Flugzeuge, die an moderne Kampfbedingungen angepasst seien – Polen sei aber nicht bereit, diese Kosten zu übernehmen. Zum anderen sei die Übergabe als gegenseitiges Geschäft geplant gewesen: Man verhandle über eine Zusammenarbeit bei Drohnentechnologien. „Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen“, so Zalewski gegenüber RMF24. Er sehe darin „kein ernstes Problem“.
Zalewski äußerte sich auch zum politischen Klima zwischen beiden Ländern. Die Ukraine suche derzeit nicht aktiv die Partnerschaft Polens – unter anderem wegen des Streits um die Benennung einer polnischen Spezialeinheit nach den UPA-Helden. „Präsident Nawrocki glaubt, dass die Schürung antiukrainischer Stimmungen eine gute Möglichkeit ist, Wählerstimmen zu gewinnen. Das schadet Polen sehr“, kritisierte der Vizeminister. Zugleich wies er zurück, dass die Verzögerung bei den MiG-29 ein Druckmittel sei, um die Ukraine zur Umbenennung der Einheit zu bewegen.
Bereits am Montag hatte ein anderer stellvertretender polnischer Verteidigungsminister, Cezary Tomczyk, bestätigt, dass die Verhandlungen über die geplante MiG-29-Übergabe andauern. Er führte die Verzögerung ebenfalls auf die ausstehende Einigung über ukrainische Drohnentechnologien zurück. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte im Januar eine vertiefte Zusammenarbeit mit Polen im Verteidigungsbereich angekündigt, darunter auch die Modernisierung der MiG-29.
Quelle: www.pravda.com.ua



