Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:23 DE / UKR / EN

Rasmussen fordert neues Verteidigungsbündnis als Alternative zur US-Führung

Anders Fogh Rasmussen plädiert für die Gründung eines neuen Verteidigungsbündnisses, das die USA als Führungsmacht ablösen soll. Dies äußerte der ehemalige NATO-Generalsekretär in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Democracy News Alliance.

Rasmussen fordert neues Verteidigungsbündnis als Alternative zur US-Führung
Bild: img.zeit.de

Der frühere NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich für die Schaffung eines neuen Verteidigungsbündnisses ausgesprochen, das als Alternative zur US-Führung fungieren soll. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Democracy News Alliance erklärte er, dass die USA unter Präsident Donald Trump scheinbar von ihrer Rolle als natürliche Führungskraft der freien Welt zurücktreten.

Rasmussen sieht die Europäische Union (EU), Großbritannien, Japan, Kanada, Australien, Neuseeland und Südkorea als potenzielle Mitglieder der neuen Allianz, die er D7 nennen möchte. Das „D“ steht dabei für Demokratie. „Wenn wir unsere Kräfte bündeln und geschlossen auftreten, dann stellen wir eine beeindruckende Macht dar“, sagte Rasmussen.

Er betonte die Notwendigkeit einer gemeinsamen Reaktion auf wirtschaftliche Bedrohungen und schlug vor, einen wirtschaftlichen Artikel 5 innerhalb der D7-Allianz zu formulieren. Dieser würde besagen, dass ein ökonomischer Angriff auf einen Mitgliedstaat als Angriff auf alle betrachtet wird. Dies könnte dazu beitragen, Respekt in Ländern wie China oder den USA zu gewinnen.

Rasmussen forderte zudem, internationale Normen und Standards für den Einsatz neuer Technologien festzulegen und Abhängigkeiten bei der Rohstoffversorgung zu verringern. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Notwendigkeit, gemeinsam im Globalen Süden zu investieren, um eine Alternative zu chinesischen Investitionen zu schaffen.

„Meine größte Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung“, fügte Rasmussen hinzu und wies auf die Herausforderungen hin, die sich aus dem aktuellen geopolitischen Klima ergeben.