Wie der britische Guardian berichtet, schlug eine russische Drohne in der Nacht zum Freitag in einem Wohnhaus in der rumänischen Stadt Galați ein. Zwei Menschen wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und stellt einen schwerwiegenden Zwischenfall auf dem Territorium eines NATO-Mitglieds dar.
Rumäniens Präsident kündigte als Reaktion „verhältnismäßige Maßnahmen“ an. Der rumänische Generalstabschef Gheorghiță Vlad besprach den Vorfall mit NATO-Kommandeuren. Das Bündnis erklärte sich bereit, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen.
NATO und EU reagieren scharf
NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, er habe mit Rumäniens Dan gesprochen und ihm die „absolute Solidarität“ des Bündnisses zugesichert. „Ich habe bekräftigt, dass die NATO bereit ist, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen. Wir werden unsere Bereitschaft weiter erhöhen, um jede Bedrohung abzuschrecken und abzuwehren – auch durch Drohnen“, sagte Rutte.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, die EU werde den Druck auf Russland weiter erhöhen. „Russlands rücksichtsloses Verhalten ist eine Gefahr für uns alle. Sie greifen weiterhin Zivilisten und zivile Infrastruktur in der Ukraine an. Und die letzte Nacht hat erneut gezeigt, dass die Auswirkungen ihres illegalen Angriffskriegs nicht an der Grenze haltmachen“, so Rutte weiter.
Internationale Reaktionen und Hintergrund
Tschechiens Präsident Pavel forderte eine „starke internationale Antwort“ auf den Drohnenangriff. „Der beispiellose nächtliche Angriff einer russischen Drohne auf ein Wohnhaus in Galați, bei dem zwei Menschen verletzt wurden, ist völlig inakzeptabel. Wir sollten uns nicht darauf beschränken, ihn gemeinsam zu verurteilen. Ich unterstütze daher eindeutig den Aufruf des rumänischen Dan zu einer starken internationalen Antwort. Russland muss klar verstehen, dass wir solche Angriffe nicht tolerieren werden“, sagte Pavel.
Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit, die Überwachung und die Reaktionskräfte an der NATO-Ostflanke zu verstärken. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat immer wieder zu Zwischenfällen auf NATO-Territorium geführt, etwa durch Drohnen oder Raketen, die in Polen oder Rumänien einschlugen.
EuroPulse berichtete am 29. Mai 2026 über den Einschlag einer russischen Drohne in ein Hochhaus in Rumänien (https://europulse.today/russische-drohne-trifft-hochhaus-in-rumaenien/).
Quelle: www.theguardian.com



