Russland nutzt offenbar die Organisierte Kriminalität (OK) für Sabotageakte und gezielte Tötungen, wie das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen mitteilt. Zusammenarbeit biete sich insbesondere bei disruptiven Aktivitäten an, so das Ministerium. Die Russisch-Eurasische Organisierte Kriminalität (REOK) sei kaum der Kontrolle des Kremls zu entziehen, was die Gefahr einer engen Kooperation erhöhe.
Marcel Emmerich, Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, bezeichnete die Verbindungen zwischen dem russischen Staat und der Organisierten Kriminalität als ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands. Er fordert eine wehrhafte Sicherheitsoffensive der Bundesregierung, um dieser gefährlichen Entwicklung entgegenzutreten.
Die Sicherheitsbehörden des Bundes haben eine Vielzahl von Verdachtsfällen möglicher Sabotageaktionen in staatlich russischem Auftrag registriert. Oftmals sei es jedoch schwierig, die tatsächlichen Verursacher zu identifizieren. Zudem setzt Russland zunehmend sogenannte Low-Level-Agenten ein, die im Internet angeworben werden und keine professionelle Geheimdienstausbildung besitzen.
Die Bundesregierung macht Russland für zahlreiche Sabotageakte und Desinformationskampagnen verantwortlich. Ein Beispiel ist der Mord an einem Exilgeorgier im Jahr 2019 in Berlin, der im Auftrag des Kremls verübt wurde. Auch ein mutmaßlicher Anschlag auf ein DHL-Paket am Frachtflughafen Leipzig im Juli 2024 wird dem russischen Militärgeheimdienst zugeschrieben.



