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Schweiz stimmt über Bevölkerungsdeckel auf zehn Millionen ab

Die Schweiz entscheidet am Sonntag in einer Volksabstimmung über eine Obergrenze der Einwohnerzahl. Die rechtskonservative SVP will die Zuwanderung massiv begrenzen – das könnte auch Deutsche treffen.

Schweiz stimmt über Bevölkerungsdeckel auf zehn Millionen ab
Bild: images.handelsblatt.com

Wie das Handelsblatt berichtet, stimmen die Schweizer am Sonntag über die sogenannte Nachhaltigkeitsinitiative der rechtspopulistischen Volkspartei (SVP) ab. Die Initiative fordert, die Einwohnerzahl gesetzlich auf zehn Millionen Menschen zu begrenzen. Ende 2025 lebten rund 9,1 Millionen Menschen in der Schweiz.

Die SVP argumentiert, die starke Zuwanderung führe zu „Dichtestress“, Wohnungsnot und überlasteter Infrastruktur. Die Initiative sieht vor, dass Bundesrat und Parlament bereits ab 9,5 Millionen Einwohnern im Asylbereich und beim Familiennachzug eingreifen müssen. Überschreitet die Zahl zehn Millionen, müsste die Schweiz internationale Abkommen kündigen – darunter das Freizügigkeitsabkommen mit der EU sowie die Schengen- und Dublin-Regeln.

Regierung, Parlament und Wirtschaftsverbände lehnen den Deckel ab. Sie warnen vor wirtschaftlichen Schäden, einem Bruch mit der EU und hohen Kosten für Bund und Kantone. Branchen sind stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen: Im Gastgewerbe kommen 46 Prozent der Beschäftigten aus dem Ausland, im Baugewerbe 34 Prozent – Grenzgänger nicht mitgerechnet.

Rund 27 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die größte Gruppe sind Italiener (15 Prozent), gefolgt von Deutschen (14 Prozent). Etwa 330.000 Deutsche leben dauerhaft in der Schweiz, mehr als 400.000 Grenzgänger pendeln täglich ins Land, über die Hälfte von ihnen aus Frankreich. Umfragen deuten auf ein knappes Rennen hin.

Quelle: www.handelsblatt.com