Juni. Gezeigt wird experimentelles Theater an ungewöhnlichen Orten, darunter die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Rennelberg. Es ist die letzte Ausgabe unter der Leitung von Intendantin Anna Mülter.
Zur Eröffnung im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig präsentierte die portugiesische Choreografin Diana Niepce eine Mischung aus Akrobatik und Tanz. Die Tänzer bewegten sich auf einem instabilen, schwankenden Boden. Mülter beschrieb das Stück als „ein post-apokalyptisches Universum, an dem die Körper an den Grenzen der Schwerkraft versuchen, Halt zu finden in einem System. Aber sie kämpfen gleichzeitig gegen dieses System, weil es sie auch unterdrückt.“
Die brasilianische Laienschauspielgruppe „Mexa“ inszeniert die „Reality Show“ – angelehnt an Fernsehformate, in denen Menschen auf engem Raum miteinander auskommen müssen. Die Darsteller lernten sich in einer Obdachlosenunterkunft in São Paulo kennen. Mülter erklärte, die Gruppe verarbeite die Erfahrung des Zusammenlebens auf engem Raum, wo es Konflikte gebe und Menschen kämen und gehen müssten.
Insgesamt neun Produktionen aus Schauspiel, Tanz und Performance sind bei den „Theaterformen“ zu sehen. Der „Circus Baobab“ aus Französisch-Guinea thematisiert den Kampf gegen Genitalverstümmelung und Geschlechterstereotype. Die chilenische Regisseurin Manuela Infante lässt die Knochen ermordeter Regimegegner der Pinochet-Diktatur musikalisch auferstehen. Mülter betonte, die Künstler griffen harte Themen auf, aber mit Humor und „ganz vielfältigen Versionen von einer anderen Zukunft“.
Quelle: www.ndr.de



