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Ukraine baut Verteidigungslinie an Grenze zu Belarus aus

Die Ukraine verstärkt ihre nördliche Grenze zu Belarus in der Region Tschernihiw mit Gräben, Drahthindernissen und Betonsperren. Wie die Kyiv Post unter Berufung auf einen Bericht von Ukrinform meldet, sind die Verteidigungsanlagen seit 2022 um rund 500 Prozent gewachsen.

Ukraine baut Verteidigungslinie an Grenze zu Belarus aus
Bild: static.kyivpost.com

Die ukrainischen Grenztruppen und Pioniere in der Region Tschernihiw errichten ein gestaffeltes Verteidigungssystem entlang der Grenze zu Belarus. Es besteht aus Drahtverhauen und sogenannten „Drachenzähnen“ – Betonbarrieren, die jeweils rund 1,5 Tonnen wiegen und etwa zehn Meter breit sind. Sie sollen mögliche Angriffsrouten für gepanzerte Fahrzeuge blockieren.

Hinter den Betonsperren liegen tiefe Panzergräben mit steilen Wänden, die mit Baggern in den schweren, wassergetränkten Boden gegraben wurden. Dazu kommen kaum sichtbare Hindernisse: dünne, reißfeste Drähte, die niedrig zwischen den Bäumen gespannt sind, sowie Rollen aus verstärktem Stacheldraht der Marke „Egoza“. Der Kommandeur des Grenzpostens, Jewhen mit dem Rufzeichen „Nissan“, erklärte gegenüber Ukrinform: „Die Ingenieurhindernisse bestehen aus einer Kombination von künstlichen und natürlichen Barrieren.“

Die natürlichen Hindernisse nutzen die dichten Wälder und Sümpfe der Region. „Wir nutzen die Natur als Verbündeten“, sagte Nissan. Ein Baum könne so gefällt werden, dass er in einem bestimmten Winkel hängen bleibe und die Bewegung von Fahrzeugen und Infanterie erheblich erschwere. Die dichte Vegetation erschwere zudem die feindliche Luftaufklärung, während schwere Geländefahrzeuge in den Sümpfen stecken blieben.

Der Ausbau der Verteidigungslinie läuft seit dem russischen Vorstoß im Jahr 2022 ununterbrochen. „Im Vergleich zu den ersten Monaten nach der Befreiung hat sich das Volumen um etwa 500 Prozent erhöht“, sagte Nissan. „Es ist ein kontinuierliches, gestaffeltes System, das sich über Kilometer entlang aller unserer Landgrenzen erstreckt.“ Ein Bagger könne pro Tag bis zu 200 Meter Panzergraben ausheben, zwei Soldaten etwa 100 Meter Stacheldraht in vier Stunden verlegen. Im Schnitt bereite eine Einheit täglich rund 500 Meter zuverlässige Barrieren vor.

Die örtlichen Behörden und Gemeinden unterstützen die Arbeiten mit Koordination und Maschinen. „Die Einheimischen sind unsere Augen und Ohren“, sagte Nissan. Sie meldeten verdächtige Beobachtungen umgehend. Die größte Herausforderung sei jedoch das Wetter: Im Winter, bei Temperaturen bis minus 30 Grad, werde der Bau zur echten Bewährungsprobe. Die Hindernisse dienten nicht dazu, den Feind zu vernichten, sondern ihn zu verlangsamen. „Wenn der Feind anhalten und wertvolle Zeit verschwenden muss, arbeitet diese Zeit zu unseren Gunsten“, erklärte der Kommandeur. So entstünden ideale Ziele für Artillerie oder andere Waffen.

Quelle: www.kyivpost.com