Wie der Guardian berichtet, eröffnen hochrangige EU-Vertreter und Minister beider Länder am Montag in Luxemburg die erste Verhandlungsrunde. Es ist der Beginn der sogenannten „ersten Cluster“-Gespräche, die sich auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie konzentrieren. Erst wenn dieser Bereich abgeschlossen ist, können weitere Kapitel wie Binnenmarkt, Umwelt oder Wirtschaftspolitik folgen.
Der Start der substanziellen Verhandlungen ist ein hochsymbolischer Moment für die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Ukraine und Moldau waren 2022 kurz nach Russlands vollumfänglichem Angriffskrieg gegen die Ukraine als EU-Beitrittskandidaten anerkannt worden. Obwohl die EU bereits im Juni 2024 symbolisch die Aufnahme von Gesprächen beschloss, blockierte Ungarns damaliger pro-russischer Viktor Orbán die substanziellen Verhandlungen.
Erst die Wahl einer neuen ungarischen Regierung im April ebnete den Weg. Am vergangenen Freitag stimmten die EU-Mitgliedstaaten einstimmig für die Eröffnung des ersten Verhandlungskapitels. In einer gemeinsamen Erklärung lobten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa „die Entschlossenheit, den Mut und die harte Arbeit, die beide Länder bei der Umsetzung von Reformen gezeigt haben – selbst angesichts enormer Herausforderungen“. Die EU-Erweiterung sei eine strategische Entscheidung, so die beiden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte den Schritt: „Die Ukraine tut, was nötig ist, und es ist wichtig, dass die EU ebenfalls ihr Wort hält. Die Eröffnung des ersten Clusters ist eine bedeutende politische und moralische Unterstützung für unseren Staat und unser Volk.“ Die Gespräche finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem Russland seine Bombardierung ukrainischer Städte und Gemeinden verstärkt hat, während es gleichzeitig hohe Verluste bei geringen Geländegewinnen erleidet.
EuroPulse berichtete am 14. Juni 2026 über den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen für die Ukraine und Moldau, hier.
Quelle: www.theguardian.com



