Die ukrainischen Unmanned Systems Forces (USF) haben in der Nacht zum 7. Juli acht russische Treibstofftanker, eine Fähre und ein Frachtschiff attackiert. USF-Kommandeur Robert „Madyar“ Brovdi erklärte, die getroffenen Tanker stünden allesamt unter internationalen Sanktionen. Die Schiffe haben eine Tragfähigkeit von rund 7.000 Tonnen, sind etwa 140 Meter lang und wurden zwischen 2006 und 2012 gebaut. Die Identität des achten Tankers werde noch ermittelt.
Neben den Treibstofftransportern trafen ukrainische Drohnen laut Brovdi auch 58 militärische Ziele im rückwärtigen Bereich der russischen Truppen in den besetzten Gebieten. Zudem seien Einrichtungen der Energieinfrastruktur auf der Krim angegriffen worden, darunter Stromversorgungsanlagen und Logistikknotenpunkte. Das Ausmaß der Schäden werde noch bewertet. „Die Schattenflotte verlässt den Chat“, schrieb Brovdi. „Der Kampf um die Treibstoffversorgung der Krim im Asowschen Meer geht weiter.“
Die Ukraine verteidigt die Angriffe auf die russische Schattenflotte als legitime militärische Ziele, da die Tanker mit dem Transport von russischem Öl und Gas direkt die Kriegskasse Moskaus füllten. Vize-Ministerpräsident Oleksij Kuleba argumentierte in einem Schreiben an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO), die Aktivitäten dieser Schiffe könnten nicht als gewöhnliche kommerzielle Operationen betrachtet werden. Die Schattenflotte sei „entscheidend für die Generierung von Haushaltseinnahmen der Russischen Föderation und die Fortsetzung ihrer Kriegsanstrengungen“.
Schätzungen der Industrie zufolge ist die russische Schattenflotte auf mehr als 1.500 Tanker angewachsen. Europäische Länder verstärken ihre Bemühungen gegen die Flotte: Großbritannien und Frankreich haben verdächtige Schiffe abgefangen, während EU-Staaten Druck auf Länder wie Panama, Barbados und Kamerun ausüben, Schattenflotten-Tanker aus ihren Registern zu streichen, um Inspektionen oder Beschlagnahmungen zu erleichtern.
Quelle: www.kyivpost.com



