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Unicredit droht Commerzbank mit Austausch von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Übernahmekampf um die Commerzbank eskaliert die italienische Großbank Unicredit die Auseinandersetzung: Sie droht offen damit, den Aufsichtsrat und den Vorstand des deutschen Instituts auszutauschen. Das berichtet das Handelsblatt.

Unicredit droht Commerzbank mit Austausch von Vorstand und Aufsichtsrat
Bild: images.handelsblatt.com

Die italienische Großbank Unicredit hat im Übernahmekampf um die Commerzbank eine neue Eskalationsstufe erreicht. Wie das Handelsblatt berichtet, droht der Konzern erstmals offen damit, den Aufsichtsrat und den Vorstand des deutschen Instituts auszutauschen. Dies wäre ein Affront gegenüber der Bundesregierung, die weiterhin rund zwölf Prozent an der Commerzbank hält.

Hintergrund der Drohung ist das laufende freiwillige öffentliche Übernahmeangebot, das seit dem 5. Mai 2026 läuft. Aktionäre der Commerzbank können ihre Anteile gegen 0,485 Unicredit-Aktien je Commerzbank-Papier tauschen. Nach Angaben der Italiener wurden bislang rund elf Prozent der ausstehenden Commerzbank-Aktien angedient, womit die Beteiligung rechnerisch bei 37 Prozent läge. Das Ende der Angebotsfrist ist der 16. Juni 2026.

Die Commerzbank wirft Unicredit vor, ihre Position künstlich aufzublähen. Sie hat bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einen Antrag auf Untersuchung des Sachverhalts gestellt. Zudem hat der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Irreführung erstattet. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main bestätigte, dass seit Sonntagabend eine Strafanzeige vorliege und Vorermittlungen zu einer etwaigen Marktmanipulation geführt würden.

Unicredit erklärte, sollte man auf der Hauptversammlung eine ausreichende Unterstützung durch die Aktionäre erlangen, wäre man in der Lage, die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat zu wählen. Dieser wiederum wäre nach § 84 Abs. 1 Aktiengesetz (AktG) dafür zuständig, den Vorstand zu bestellen. Damit würde Unicredit faktisch die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen.

EuroPulse berichtete am 12. Juni 2026 über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur EU-KI-Verordnung (https://europulse.today/ki-verordnung-umsetzung-deutschland-gesetzentwurf/).

Quelle: www.handelsblatt.com