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KI bedroht Bürojobs: Handwerk als Ausweg

Die Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Arbeitsmarkt rasant und gefährdet vor allem Hochschulabsolventen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schlägt ein Vier-Punkte-Programm vor, um Handwerksberufe zu stärken.

KI bedroht Bürojobs: Handwerk als Ausweg
Bild: img.zeit.de

Die Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Arbeitsmarkt in Deutschland rasant. Wie die Zeit berichtet, warnt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), vor den Folgen für Arbeitnehmer – insbesondere für Hochschulabsolventen. Viele von ihnen seien trotz bester Qualifikationen monatelang auf Jobsuche, während KI immer mehr Büroaufgaben übernehme: Sie prüfe Bewerbungen, verfasse Schriftsätze, erstelle Steuererklärungen und plane Dienstreisen.

Dittrich, selbst Dachdeckermeister, sieht die Lösung nicht in einer weiteren Akademisierung, sondern in einer Stärkung der beruflichen Bildung. Das Handwerk biete Berufe, die von der KI-Entwicklung weitgehend unberührt blieben – etwa in der Elektrotechnik, im Sanitärbereich oder im Baugewerbe. „Wie viele von uns werden in Zukunft noch gebraucht?“, fragten sich viele Büroangestellte, so Dittrich. Die Antwort liege im Handwerk.

Vier Reformen für mehr Attraktivität

Der ZDH hat ein Vier-Punkte-Programm vorgelegt, um Handwerksberufe attraktiver zu machen. Konkret fordert der Verband unter anderem ein „Handwerksjahr“ für Schulabgänger, ähnlich dem Freiwilligen Sozialen Jahr. Menschen sollten die Möglichkeit erhalten, ein Jahr lang in einem Handwerksbetrieb zu arbeiten und dabei erste berufliche Erfahrungen zu sammeln – ohne sich sofort auf eine Ausbildung festlegen zu müssen.

Punkte des Programms sind eine bessere finanzielle Förderung von Meisterkursen, der Ausbau von Berufsorientierungsangeboten an Schulen und eine Reform der Ausbildungsvergütung. Ziel sei es, das Handwerk als gleichwertige Alternative zum Studium zu etablieren und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Dittrich betont, dass die Politik nicht länger zögern dürfe. Während die KI-Entwicklung immer schneller voranschreite, müssten jetzt die Weichen gestellt werden, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. „Die Antwort auf die Herausforderungen der KI liegt nicht in der Akademisierung, sondern in einer gestärkten beruflichen Bildung“, so der ZDH-Präsident.

Quelle: www.zeit.de