Der bei der Bundesnetzagentur angesiedelte Digital Services Coordinator (DSC) hat Ermittlungen gegen Valve, den Betreiber der Gaming-Plattform Steam, eingeleitet. Anlass ist das Videospiel „Plantation Simulator“, das vor wenigen Wochen international für Empörung sorgte. Im Fokus steht nicht das Spiel selbst, sondern die Frage, ob Steam den Sorgfaltspflichten des Digital Services Act (DSA) nachgekommen ist.
Das Spiel simuliert den Betrieb einer historischen Plantage, bei dem die Produktivität durch Auspeitschen dunkelhäutiger Spielfiguren gesteigert werden kann. Es war vorübergehend auf Steam verfügbar und löste auf Plattformen wie Reddit und X heftige Debatten aus. Kritiker werfen dem Entwickler vor, Sklaverei und rassistische Gewalt zu normalisieren.
Der DSA verpflichtet Plattformen wie Steam, ein leicht zugängliches Meldeverfahren für rechtswidrige Inhalte bereitzustellen und Beschwerden unverzüglich zu prüfen. Die Ermittlungen des DSC setzen genau an diesem Punkt an: Es soll geklärt werden, ob Valve die eingegangenen Beschwerden ordnungsgemäß bearbeitet hat. Valve selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert. Der Entwickler modifizierte das Spiel zunächst und zog es schließlich vollständig zurück.
Quelle: www.heise.de



