In der Nacht zum 30. Juni griffen Dutzende ukrainische Drohnen Moskau und die Region an. Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurden 61 Drohnen abgefangen. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, berichtete, eine Drohne sei auf ein Privathaus in der Stadt Jegorjewsk gestürzt, wobei drei Menschen verletzt und ein sechs Monate altes Kind getötet worden seien. Trümmer ukrainischer Drohnen hätten zudem ein Verwaltungsgebäude in der Stadt Dubna beschädigt.
In Dubna befindet sich das größte russische Zentrum für Satellitenkommunikation (ZKZ) „Dubna“, eine Filiale des staatlichen Unternehmens „Kosmitscheskaja Swjas“. Es wurde 1980 für die Olympischen Spiele errichtet und ist der größte Teleport Russlands und einer der größten in Europa.
Bereits in der Nacht zum 22. Juni hatten ukrainische Kräfte das Zentrum getroffen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs wurde der Antennenkomplex der 32-Meter-Antenne MARK-IV sowie ein Technikgebäude beschädigt. Auch das Hauptverwaltungsgebäude, das die zentrale Kommunikationshardware und die Bodenkontrollausrüstung beherbergt, wurde getroffen, was zu einer teilweisen Zerstörung einer Wand führte. Satellitenbilder des OSINT-Kanals Exilenova+ zeigten Brand- oder Explosionsspuren auf den Dächern zweier Gebäude neben der MARK-IV-Antenne.
Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte am 30. Juni, dass die ukrainischen „Langstreckensanktionen“ das Zentrum erneut erreicht hätten. Er bezeichnete es als „besonderes Objekt der Satellitenkommunikation, das unter anderem für Aufklärung und Koordinierung der Aktivitäten des russischen Besatzungskontingents in der Ukraine genutzt wird“. Selenskyj betonte, dass bereits vier solcher Zentren angegriffen worden seien – nicht nur in der Region Moskau, sondern auch in der Region Wladimir.
Quelle: www.bbc.com



