Die Linksfraktion im Bundestag hat die Daten ihrer vor eineinhalb Jahren gestarteten „Mietwucher-App“ ausgewertet. Demnach wurde die App in 36 Städten insgesamt rund 303.500 Mal genutzt. In etwa 198.000 Fällen lag die Miete nach Angaben der Nutzer über dem ortsüblichen Niveau. Allerdings führten nur 10.255 Haushalte den Schritt bis zu einer offiziellen Meldung bei den Ämtern.
Die Linke führt die Zurückhaltung auf Angst der Mieter vor dem Verlust ihrer Wohnung zurück – einen Beleg für diese These liefert die Partei nicht. In den gemeldeten Fällen müssten die Mieten im Schnitt um 250 Euro pro Monat gesenkt werden, so die Berechnung der Behörden. Besonders aktiv war die App in Berlin: 4658 Mal schalteten dort Mieter die Ämter ein.
Nach Angaben der Linken wurde im Oktober 2025 in Friedrichshain-Kreuzberg ein Bußgeld von 26.000 Euro und eine Mietrückzahlung von 22.000 Euro durchgesetzt. Am striktesten geht Frankfurt am Main vor: Das Wohnungsamt habe seit 2020 mehr als tausend Verfahren geführt und 330.330 Euro Rückzahlungen erwirkt. Die Abgeordnete Caren Lay erklärte: „Illegale Mieten müssen gesenkt werden. Die Verfolgung von Mietpreisüberhöhungen durch die Kommunen ist möglich, wird aber immer noch von viel zu wenigen Verwaltungen engagiert betrieben.“
Quelle: www.spiegel.de



