Der iranisch-britische Künstler Ash Koosha drehte „Dreams of Violets“ ohne Kamera, Schauspieler oder Filmset – die Bilder entstanden vollständig mit Künstlicher Intelligenz. Der Film erzählt die Geschichte der Proteste im Iran. Koosha betont, ohne KI wäre das Projekt zu gefährlich und zu teuer gewesen. Für viele Filmschaffende ist das ein Schritt zur Demokratisierung des Kinos: Geschichten könnten unabhängig von Studios und Millionenbudgets entstehen.
Doch prominente Regisseure warnen vor den Risiken. Steven Spielberg sieht KI als Werkzeug, das aber niemals die letzte kreative Entscheidung treffen dürfe. Geschichten erzählen, Dialoge schreiben oder Figuren entwickeln – das müsse menschlich bleiben. „Fluch der Karibik“-Regisseur Gore Verbinski geht noch weiter: „Bald wird man einfach einen Film bestellen können, zum Beispiel im Stil von Christopher Nolan, als hätte er „Der Pate“ mit sprechenden Fröschen gedreht.“ Die KI lerne nur aus bereits Vorhandenem, während echte Regisseure sich gerade nicht wiederholen wollten.
Pixar-Kreativchef Pete Docter vergleicht KI mit Feuer: „Sie kann wärmen, das Haus heizen und Essen kochen – oder alles niederbrennen. Es kommt darauf an, wie man sie nutzt.“ Auch Netflix setzt bereits KI ein, etwa für Spezialeffekte in der Serie „The Eternaut“. Seit den Hollywood-Streiks gehört der Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu den großen Zukunftsfragen der Branche. Die entscheidende Frage lautet, welche Rolle KI künftig im kreativen Prozess spielen soll.
Quelle: www.ndr.de



