Kurz vor dem 65. Jahrestag des Berliner Mauerbaus am 13. August besuchte die Bundestagspräsidentin die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Dort erinnerte sie an die Willkür in der DDR und wies Vergleiche zur heutigen Lage zurück. Wer damals Kritik geäußert habe, sei der Härte des Regimes ausgesetzt gewesen, sagte die CDU-Politikerin.
„Wenn heute davon gesprochen wird, es gäbe keine Meinungsfreiheit, Deutschland sei einer Diktatur nah, und solche Sachen, die man im Internet findet, das ist absurd, wenn man sich auch anschaut, was man in der DDR erlebt hat“, sagte Klöckner nach einem Rundgang in dem ehemaligen Gefängnis der Staatssicherheit in Berlin. Mehr als 11.000 Menschen seien dort inhaftiert gewesen. Anfangs seien sie körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen, später psychischen Qualen. Sie dankte Zeitzeugen, die an ihre Erfahrungen in der Stasi-Haft erinnern.
Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke sagte, der Schatten der Diktatur sei lang. Viele Menschen litten bis heute an gesundheitlichen Folgen von Haft und Repression. Die 2025 beschlossenen Gesetze über eine höhere Opferrente und einen Härtefallfonds seien Erfolge. „Aber noch nicht alle Gruppen erhalten heute ausreichend Unterstützung“, sagte Zupke. In ihrem neuen Jahresbericht wirbt Zupke für regelmäßige finanzielle Hilfen für die Opfer von Zwangsdoping in der DDR. Mit dem „Staatsplan 14.25“ habe das SED-Regime 1974 ein staatlich organisiertes Doping-Programm eingeführt. Bis 1989 seien 10.000 bis 15.000 junge Leute regelmäßig ohne ihr Wissen überwiegend mit anabolen Steroiden gedopt worden.
Quelle: Stadt München



