Wie die Europäische Prawda unter Berufung auf Euractiv berichtet, hat die Ukraine Griechenland in mehreren persönlichen Treffen klargemacht, dass sie ihr Recht auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta auch auf hoher See ausüben werde. Konkret geht es um Angriffe auf russische Tanker im Mittelmeer.
Auslöser der diplomatischen Verstimmung war ein Vorfall Anfang Juni: Vor der griechischen Insel Lefkada im Ionischen Meer fanden Fischer einen ukrainischen Seedrohne mit 100 Kilogramm Sprengstoff an Bord. Nach Erkenntnissen griechischer Geheimdienste, die Kiew teilte, sollte der Drohne einen russischen Tanker treffen. Offenbar versagte die Fernsteuerung.
Griechenland reagierte scharf: Athen forderte von Kiew eine Entschuldigung und die Zusicherung, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Die griechische Regierung warnte davor, das Mittelmeer zum Kriegsschauplatz zu machen. Insgesamt richtete Griechenland drei diplomatische Demarchen an die Ukraine. Offiziell entschuldigte sich Kiew und verwies auf die russische Aggression als Ursache. Inoffiziell aber machte die Ukraine deutlich, dass sie nicht von Angriffen auf russische Schiffe im Mittelmeer absehen werde.
Die Ukraine beruft sich zudem auf den Freundschaftsvertrag von 1996 zwischen beiden Ländern. Darin heißt es: „Im Falle einer Situation, die den internationalen Frieden und die Ordnung bedroht oder gefährdet, treten die Parteien unverzüglich in Konsultationen ein, um die Lage zu bewerten.“ Kiew wirft Athen vor, diese Konsultationspflicht nicht eingehalten und die Angelegenheit in griechischen Medien vorzeitig politisiert zu haben.
Quelle: www.pravda.com.ua



