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Bayern: Großtagespflegen bangen um Förderung durch BayKiBig-Reform

Die Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBig) bedroht die Existenz vieler Großtagespflegen. Tagesmütter fürchten um ihre Zukunft, weil eine wichtige Förderung wegfällt.

Bayern: Großtagespflegen bangen um Förderung durch BayKiBig-Reform
Bild: sueddeutsche.de

Die Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBig) bedroht die Existenz vieler Großtagespflegen. Tagesmütter fürchten um ihre Zukunft, weil eine wichtige Förderung wegfällt.

Im Sozialausschuss des bayerischen Landtags schlugen die Betreiberinnen am Donnerstag Alarm. Die geplanten Änderungen im BayKiBig träfen vor allem die sogenannte Großtagespflege hart, in der bis zu zehn Kinder von mehreren Tagesmüttern gemeinsam mit einer Sozialpädagogin betreut werden. Bislang wurden diese Einrichtungen analog zu Kitas gefördert – mit Zuschlägen für Kinder mit Behinderung oder Sprachförderbedarf.

Künftig soll es nur noch eine einheitliche Pauschale pro Kind geben, die über die Jugendämter ausgezahlt wird. Julia Smolka, Leiterin der Großtagespflege Woidspotzn in Zwiesel, reiste eigens nach München, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Sie befürchtet, dass die Pauschale weniger passgenau ist als das bisherige System.

Zudem soll mit der Reform Artikel 20a des BayKiBig gestrichen werden – ein Qualitätszuschuss, den der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher als eine Art Qualitätszuschuss für Tagespflegeeinrichtungen bezeichnet. Bisher zahlte die Staatsregierung diesen Zuschuss, die Kommunen steuerten die Hälfte bei. Künftig fließt der staatliche Anteil direkt in die Pauschale, um Bürokratie abzubauen. Ob die Kommunen ihren Teil weiterhin zahlen, ist laut Becher offen – eine große Unsicherheit für Eltern und Betreiber.

SPD und Grüne beantragten im Ausschuss, die bewährten Regelungen beizubehalten. Eine Mehrheit aus CSU und Freien Wählern lehnte dies jedoch ab. Ausschussvorsitzende Doris Rauscher (SPD) warnte: „Ohne Not werden jetzt bewährte Finanzierungsstrukturen mit der Abrissbirne eingerissen, viele Tagespflegeeltern und Großtagespflegestellen stehen vor ihrem beruflichen Aus.“ Becher forderte zumindest eine Verschiebung der neuen Regeln, damit laufende Betreuungsverträge nicht mitten im Jahr gekündigt werden müssen.

Quelle: www.sueddeutsche.de