Die Unsicherheit über die politische Zukunft von Kai Wegner, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, wächst. Am Abend (18.30 Uhr) treffen sich der CDU-Landesvorstand und die Vorsitzenden der zwölf Kreisverbände, um über Wegners Kandidatur, den Wahlkampf, die Stimmung in der Partei und die Chancen bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September zu beraten. Der Druck auf Wegner steigt durch einen offenen Brief von CDU-Mitgliedern, die seinen Rückzug fordern als Dienst am Amt und der Partei.
In dem dreiseitigen Brief, der nach eigenen Angaben unter anderem von dem bekannten Investor und Unternehmer Christian Miele verfasst wurde, wird Wegners Verhalten als Problem für das Vertrauen in die Demokratie bezeichnet. In dem Text heißt es: „Jeder weitere Tag im Amt bestätigt all jene, die behaupten, ‚die da oben‘ sagten ohnehin nicht die Wahrheit. Das dürfen wir als Christdemokraten nicht zulassen.“ Ein Wahlkampf mit Wegner sei verloren, heißt es in dem Text.
Wegner sieht sich vor allem wegen falscher Angaben zu seiner Kommunikation am ersten Tag des großen Stromausfalls nach dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag im Berliner Südwesten Anfang Januar scharfer Kritik ausgesetzt. An diesem Morgen verzichtete er auf eine angekündigte Rede im Bundesrat. Statt Wegner nahm sein Stellvertreter, Finanzsenator Stefan Evers (CDU), im Gremium der Landesregierungen der Bundesländer teil.
Die CDU hat in den Umfragen zuletzt nur noch 17 Prozent erreicht, weit entfernt von den 28,2 Prozent, die sie bei der Wahl 2023 erzielt hatte. Innerhalb der Partei gibt es Stimmen, die Wegner dafür mitverantwortlich machen. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach schloss eine Zusammenarbeit mit Wegner nach der Wahl im September aus.
Quelle: Stadt München



