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Ceuta-Krise: Fast alle Migranten zurück, EU erhöht Druck auf Spanien

Nach dem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind fast alle Migranten wieder nach Marokko zurückgekehrt. Wie die Zeitung El País berichtet, spitzt sich die politische Lage jedoch zu: Mehrere EU-Regierungen werfen Spanien vor, Anreize für irreguläre Migration geschaffen zu haben.

Ceuta-Krise: Fast alle Migranten zurück, EU erhöht Druck auf Spanien
Bild: images.welt.de

Nach dem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind fast alle Migranten wieder nach Marokko zurückgekehrt. Wie die Zeitung El País berichtet, spitzt sich die politische Lage jedoch zu: Mehrere EU-Regierungen werfen Spanien vor, Anreize für irreguläre Migration geschaffen zu haben.

Die meisten der Migranten, die innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus nach Ceuta gelangt waren, haben die spanische Exklave inzwischen wieder verlassen. Nach Angaben der spanischen Regierung kehrten sie enttäuscht und freiwillig nach Marokko zurück, da sie kaum Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlende Unterkunft und Versorgung sahen, wie die Zeitung „El País“ berichtete.

Politisch verschärft sich die Lage jedoch: In einem Brief, den auch Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichnet hat, äußerten 22 der 27 Staats- und Regierungschefs große Besorgnis und warfen Madrid indirekt vor, mit jüngsten Entscheidungen Menschen Anreize gegeben zu haben, den Weg in die EU zu wagen. Das Schreiben, initiiert von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen, prangert eine Maßnahme der spanischen Regierung gegen den Arbeitskräftemangel an: die Legalisierung von rund 500.000 irregulären Migranten. Profitieren sollen davon allerdings nur Asylbewerber, die ihren Antrag vor Ende 2025 gestellt haben – keine Neuankömmlinge.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez beklagte sich in einem Brief an Irlands Regierungschef Micheál Martin über das Verhalten einiger Mitgliedstaaten, die von „Vorurteilen, Falschmeldungen, Unwissenheit oder politischen Interessen“ getrieben seien. Martin, dessen Land derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, kündigte daraufhin ein Treffen der EU-Innenminister am Dienstag an, um die Lage in Ceuta zu erörtern. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekundete Solidarität mit Spanien, ließ aber zugleich die Kontrollen an der gemeinsamen Grenze verstärken. Italien hatte bereits am Freitag das Schengen-Abkommen gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt und führt bei Reisen mit Flugzeug oder Schiff wieder Grenzkontrollen durch.

Quelle: www.welt.de