Die irische Regierung hat für die informellen Treffen der EU-Verteidigungs- und Außenminister, die ab Montag in der Grafschaft Wicklow südlich von Dublin stattfinden, Amtshilfe der Royal Navy und der französischen Marine angefordert. Zwei Fregatten sollen mit ihren Radarsystemen den Luftraum über der Grafschaft und das angrenzende Seegebiet überwachen. Doch kurz vor den Konferenzterminen stellte sich heraus, dass dieser militärische Schutz mit dem Neutralitätsstatus der Republik Irland nur bedingt vereinbar ist.
Die irische Armee umfasst rund 8000 Soldaten und nimmt regelmäßig an Blauhelm-Einsätzen der Vereinten Nationen teil. Die Marine hat jedoch hohen Nachholbedarf: Von acht seegängigen Patrouillenbooten können wegen Personalmangels nur vier einsatzfähig gehalten werden. Die Personalstärke der Seestreitkräfte liegt bei 833 Personen, der Sollbestand bei knapp 1100 und soll binnen zweieinhalb Jahren auf knapp 1800 wachsen.
Die Verteidigungsausgaben sind im laufenden Jahr um elf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen; bis Ende des Jahrzehnts soll das Budget auf 1,7 Milliarden Euro wachsen. Irland erkennt den Schutz der Unterseekabel, die in seinen Hoheitsgewässern Europa mit Nordamerika verbinden, als neue Aufgabe an, ist dafür aber unzureichend gerüstet.
Quelle: www.faz.net



