Rajenda Dawadi, Leiter der Sekundarschule in Trishuli Baraar, erhielt Anrufe über die herannahende Flutwelle, etwa 15 Minuten bevor sie das Schulgebäude erreichte. Er evakuierte daraufhin sofort die rund 900 Schülerinnen und Schüler zu Fuß und mit Bussen. Zudem konnte er Schulbusse mit weiteren Kindern auf dem Weg zur Schule umdirigieren. „Ich sagte mir: Wenn es keine Flut gibt, verlieren wir einen Schultag. Aber wenn es eine Flut gibt, verlieren wir alle unser Leben“, erzählte Dawadi der Deutschen Presse-Agentur.
Die 16-jährige Schülerin Yunisha berichtete dem Sender BBC, sie hätten sich nur Sekunden vor dem Eintreffen der Flutwelle in Sicherheit gebracht. Ein Lehrer und der Hausmeister, der noch schnell die Türen schließen wollte, kamen ums Leben. Vom Schulgebäude blieb fast nichts übrig.
In Nepal haben die Behörden am Sonntag mit der Massenbestattung Hunderter nicht identifizierter Opfer begonnen. Bezirkschef Ganesh Aryal von Bharatpur in Chitwan erklärte, die fortschreitende Zersetzung der Leichname habe die öffentliche Gesundheit gefährdet. Die Entscheidung ist umstritten, da die meisten Opfer Hindus sind und eine Einäscherung üblich ist. Vor der Beisetzung werden DNA-Proben und Fotos gesichert, damit Angehörige ihre Verwandten später identifizieren können.
Nach der Flutwelle am Mittwoch sind bisher mehr als 900 Tote in Nepal und Tibet geborgen worden. Fast 4800 Menschen werden vermisst, darunter auch mehrere Deutsche. Die Bergungsarbeiten gestalten sich wegen schlechten Wetters und steigender Wasserstände schwierig. Am Kraftwerk Upper Trishuli werden rund 350 Menschen in einem Tunnel vermutet.
Quelle: www.sueddeutsche.de



