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Drohnenangriff auf Lukoil-Raffinerie Kstowo: Großbrand

Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zu Sonntag die Lukoil-Raffinerie in Kstowo und das benachbarte Heizkraftwerk getroffen. Der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, meldet laut Die Presse und n-tv.de mehr als 100 zerstörte Drohnen und keine Opfer.

Drohnenangriff auf Lukoil-Raffinerie Kstowo: Großbrand
Grafik: EuroPulse

Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zu Sonntag die Lukoil-Raffinerie in Kstowo und das benachbarte Heizkraftwerk getroffen. Der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, meldet laut Die Presse und n-tv.de mehr als 100 zerstörte Drohnen und keine Opfer.

Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zu Sonntag die Lukoil-Raffinerie Nischni Nowgorodnefteorgsintez und das benachbarte Heizkraftwerk Nowogorkowskaja in der Stadt Kstowo in der russischen Region Nischni Nowgorod angegriffen und mehrere große Brände ausgelöst. Das berichtet die Kyiv Post unter Berufung auf die ukrainischen OSINT-Kanäle Exilenova+ und Crimean Wind. Die Kyiv Independent meldet, der Angriff auf die Raffinerie sei von ukrainischen Monitoring-Kanälen gemeldet worden, habe von der Redaktion aber zunächst nicht unabhängig überprüft werden können.

Der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, bestätigte einen Treffer. Bei dem „massiven Drohnenangriff“ habe ein „Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo erheblichen Schaden erlitten“, teilte er laut der österreichischen Tageszeitung Die Presse mit. Insgesamt seien „mehr als 100 Drohnen zerstört“ worden, Opfer habe es keine gegeben, fügte Nikitin hinzu. Wie n-tv.de unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldet, sei ein Strafverfahren wegen Terrorismus eingeleitet worden. Die Regionalregierung kündigte laut n-tv.de unter Berufung auf Tass Maßnahmen an, um die Kraftstoffversorgung an den Tankstellen sicherzustellen.

Brände ab 4 Uhr Ortszeit, dichte Luftabwehr durchbrochen

Anwohner in Kstowo verbreiteten laut Kyiv Post ab etwa 4.00 Uhr Ortszeit Aufnahmen großer Flammen über der Industriezone; sie berichteten von wiederholten lauten Detonationen und tief fliegenden Drohnen. Exilenova+ zufolge durchdrangen die Drohnen die dichte örtliche Luftabwehr und lösten gleichzeitig mehrere Brände in verschiedenen Betriebsteilen aus. Crimean Wind bestätigte, dass Flammen Teile der Raffinerie erfassten. Neben der Raffinerie sei auch das benachbarte Heizkraftwerk Nowogorkowskaja angegriffen worden, das die umliegenden petrochemischen Anlagen, darunter die Lukoil-Raffinerie, mit Hochdruckdampf und Strom versorgt.

Die Anlage gehört zum russischen Ölkonzern Lukoil. Nach Angaben der Kyiv Post hat sie eine jährliche Auslegungskapazität von rund 17 Millionen Tonnen Rohöl. Damit sei sie die viertgrößte Raffinerie Russlands und der zweitgrößte Hersteller von Motorenbenzin. Die Kyiv Independent nennt eine Verarbeitung von etwa 15 bis 17 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und eine Entfernung von rund 800 Kilometern zur ukrainischen Grenze. Hergestellt werden dort unter anderem Ottokraftstoff, Diesel, Flugzeugkerosin und Bitumen; nach Darstellung der Kyiv Post nutzt auch die russische Militärlogistik diese Kraftstoffe.

Wiederholtes Ziel – und eine Pause, die endete

Die Raffinerie war in diesem Jahr bereits Ziel ukrainischer Angriffe. Die Kyiv Independent erinnert an einen bestätigten Treffer am 26. August, nach dem das Werk NORSI den Betrieb wegen Schäden aussetzte. Seit Beginn des Jahres 2026 führt die Ukraine eine Kampagne weitreichender Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen, vor allem Raffinerien und Treibstofflager.

Die Presse ordnet den Angriff in eine Serie ein: In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober hatten ukrainische Drohnen laut Kyiv Post den Industriekomplex Ufa in Baschkortostan getroffen und dabei die katalytische Reformierungseinheit L-35 der Raffinerie Bashneft-Nowoil in Brand gesetzt. In der Nacht zuvor, also in der Nacht zum Freitag, 30. Oktober, sei die Raffinerie Nowokuibyschewsk des Konzerns Rosneft in der Region Samara angegriffen worden, die Spezialkraftstoff für die russischen Luftstreitkräfte produziert. Am Freitag hatte Moskau laut Die Presse erklärt, die Ukraine habe ihre Angriffe auf russische Raffinerien nach einer mehrtägigen Pause wieder aufgenommen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Kyjiw laut Die Presse scharf für die Angriffe kritisiert und sie für steigende Energiepreise verantwortlich gemacht.

Die Kyiv Post verweist zudem auf einen kombinierten Angriff der ukrainischen Marine und Drohneneinheiten in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober mit landgestützten Neptune-Marschflugkörpern und Langstreckendrohnen auf das Chemiewerk Kamensky in Kamensk-Schachtynsky in der Region Rostow. Dabei sei ein Lager mit festem Raketentreibstoff in Brand geraten, vier Produktionshallen seien beschädigt worden; das Werk stellt Treibladungen für die Mehrfachraketensysteme Uragan, Smerch und Tornado-S sowie taktische Lenkwaffen her. Diese Angaben stützen sich ausschließlich auf die Darstellung der Kyiv Post und sind von russischer Seite nicht bestätigt.

Anmerkung der Redaktion: Ob die Brände in Kstowo ausschließlich auf Drohnentreffer zurückgehen und wie groß der Schaden an der Raffinerie tatsächlich ist, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht abschließend klären. Die ukrainischen Angaben stammen von OSINT-Kanälen, die russischen von Gouverneur Nikitin und dem Ermittlungskomitee – beide Seiten verfolgen eigene Interessen. Für die kommenden Tage ist zu beobachten, ob Lukoil den Betrieb in Kstowo drosselt und ob die russische Seite weitere Angriffe auf die Energieinfrastruktur meldet.

Quellen

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