Schon am Dienstagabend landete ein Flugzeug mit Khameneis Leichnam in der schiitischen Nadschaf. Dort und in Kerbela finden religiöse Feierlichkeiten statt. Zu Lebzeiten hatte Khamenei als 18 Jahre alter Pilger beide Städte besucht. Seit dieser Reise im Jahr 1957 war er nicht wieder dorthin zurückgekehrt.
Die irakische Regierung unter Ministerpräsident Ali al-Zaidi steht vor einem Balanceakt: Sie will das Land aus der Konfrontation zwischen den USA und dem einflussreichen Iran heraushalten. Zugleich kann sie sich den iranischen Feierlichkeiten nicht entziehen. Zaidi reiste nach Nadschaf zum Empfang des Leichnams und erklärte den Mittwoch zum nationalen Feiertag.
Irakische Beobachter sprechen von iranischer Machtprojektion. Der irakische Experte Renad Mansour von der Denkfabrik Chatham House erklärte, das iranische Regime zeige, dass es nach wie vor großen Einfluss im Irak habe – nicht nur politisch und ideologisch, sondern auch sozial auf die Schiiten im Land. Die Gedenkfeiern sollten den Beweis für die Widerstandsfähigkeit der iranischen Netzwerke liefern.
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