Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Leserbrief-Kolumne berichtet, hat Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) die Hoffnung auf eine Reform des Bafög aufgegeben. Dabei steht die Reform im Koalitionsvertrag. Die Leserbriefschreiber der SZ reagieren mit beißender Kritik auf die Haltung der Ministerin.
Bär hatte das Bafög zuvor als „Vollkaskostudium“ bezeichnet und damit für Empörung gesorgt. Ein Leser wirft ihr vor, sie rede sich leicht, wenn sie Steuergeld für „Fantasieprojekte“ wie die Kernfusionsforschung ausgebe – 2,4 Milliarden Euro seien dafür eingeplant, weitere neun Milliarden bis 2029. Stattdessen solle das Geld in die Ausbildung junger Menschen fließen.
Ein anderer Leser kritisiert Bärs mangelnde Empathie: Sie habe offenbar nie selbst Bafög beziehen müssen. Dass sie Studierenden ein „Vollkaskostudium“ abspreche, sei „erbärmlich“ für eine Wissenschaftsministerin. Auch der Vergleich mit ihrer eigenen Tochter stoße auf Unverständnis.
Die Ministerin selbst hatte die Schuld für das Scheitern der Reform der SPD-Fraktion zugeschoben – ein Vorwurf, den die Leser als „wahrheitswidrig“ zurückweisen. Stattdessen sehen sie in Bärs Haltung ein Gesellschaftsmodell, das die soziale Herkunft über Leistung stelle.
Quelle: www.sueddeutsche.de



