Der britische James Graham, bekannt für Stücke über Rupert Murdoch und die englische Nationalmannschaft unter Gareth Southgate, widmet sich nun einer der einflussreichsten politischen Figuren des 20. Jahrhunderts: John Maynard Keynes. Sein neues Werk „The Standard of Living“ beleuchtet Keynes‘ Leben von 1917 bis zu seinem Tod 1946 – eine Ära, in der er zum Begründer der Makroökonomie wurde und das staatliche Denken über Finanzen und die Rolle der Kunst grundlegend veränderte.
Regie führt Nicholas Hytner, der zuletzt John Lithgow als Roald Dahl in „Giant“ inszenierte. Die Hauptrolle des John Maynard Keynes übernimmt Rory Kinnear. Hytner beschrieb Keynes als einen „Radikalen“, der sich nicht nur für Wirtschaftsreformen, sondern auch leidenschaftlich für die Künste einsetzte. Graham zufolge erzählt das Stück vom „großen Kampf eines Außenseiters und Störenfrieds, dem die meisten Menschen Zeit seines Lebens widerstanden“.
Keynes, 1883 geboren, studierte Mathematik in Cambridge, bevor er zur Wirtschaftswissenschaft wechselte. Nach der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre entwickelte er eine Methode, mit der Regierungen Bürger vor den „Fehlfunktionen des Kapitalismus“ schützen sollten. Er argumentierte, dass staatliche Eingriffe zur Stabilisierung der Wirtschaft unerlässlich seien und dass der Staat in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Geld ausgeben müsse, anstatt auf eine Selbstregulierung der Märkte zu warten.
Das Stück thematisiert auch Keynes‘ Beziehungen innerhalb der Bloomsbury Group, einem Kreis von Bohemiens, Schriftstellern und Künstlern, zu dem seine Virginia Woolf und der Maler Duncan Grant gehörten – den Graham als die große Liebe von Keynes bezeichnet. Keynes lebte offen bisexuell. „The Standard of Living“ wird im September im Haymarket Theatre in London seine Premiere feiern.
Quelle: www.theguardian.com



