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Katastrophenwarnung: Cyberangriff auf Handys in Brasilien

Unbekannte haben in Brasilien eine falsche Katastrophenwarnung der höchsten Stufe an zahlreiche Handys gesendet. Die Regierung spricht von einem Cyberangriff.

Katastrophenwarnung: Cyberangriff auf Handys in Brasilien
Bild: heise.cloudimg.io

In der Nacht auf Samstag (Ortszeit) leuchteten in mehreren brasilianischen Bundesstaaten plötzlich Smartphones auf. Sie zeigten eine Warnung der Kategorie „Alarmstufe extrem“ und den kryptischen Text „misantropi4“ – eine Anspielung auf das portugiesische Wort für Menschenhass, „misantropia“, in der typischen Schreibweise der Hackerszene (Leetspeak).

Betroffen waren die Bundesstaaten São Paulo, Mato Grosso do Sul, Rio de Janeiro, Paraná und der Bundesdistrikt. Insgesamt zählte die Regierung zehn solcher dubiosen Warnmeldungen, die über das Cell-Broadcast-System verschickt wurden – eine Technologie, die auch in Deutschland seit 2022 genutzt wird. Die Plattform wurde vorübergehend außer Betrieb genommen.

Die brasilianische Regierung geht von einem Cyberangriff aus und hat forensische Ermittlungen eingeleitet. Wolnei Wolff, verantwortlicher Sekretär des Ministeriums für Integration und regionale Entwicklung, erklärte, wie viele Geräte die Angreifer erreicht haben, lasse sich aktuell nicht bestimmen, da es sich um eine „inoffizielle“ Warnung handele. Die Untersuchung solle bald Ergebnisse liefern und die Plattform sicherer machen.

Betreiber des Warnsystems ist die nationale Kommunikationsagentur Anatel. Sie sieht die Ursache offenbar nicht bei den Telekommunikationsanbietern, sondern verweist auf die Warnplattform des Zivilschutzes. Der Vorfall dürfte auch für andere Staaten mit Cell-Broadcast-Systemen wie Deutschland interessant sein. In Deutschland gab es bereits einen Missbrauch der Warn-App Katwarn, allerdings keine Cyberattacke: Im vergangenen Sommer rief die Kreisverwaltung von Bad Dürkheim tausende Menschen dazu auf, das Pfalzlied zu singen – ein Fehler, den die Behörde einräumte.

Quelle: www.heise.de