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Starmers Rücktritt: Ein Land ohne Hoffnungsträger

Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Wie die Süddeutsche Zeitung kommentiert, offenbart der Schritt eine tiefe Kluft zwischen Politik und Gesellschaft.

Starmers Rücktritt: Ein Land ohne Hoffnungsträger
Bild: sueddeutsche.de

Der Rücktritt von Keir Starmer als britischer Premierminister und Labour-Chef ist mehr als ein Personalwechsel. Er erzählt viel über den Zustand von Politik und Gesellschaft im Vereinigten Königreich, kommentiert die Süddeutsche Zeitung.

Starmer hatte Labour im Juli 2024 nach 14 Jahren Opposition zurück an die Macht geführt. Doch der Premier wurde schnell zum Bösewicht. Seine nüchterne Analyse der wirtschaftlichen Lage, seine unpopulären Entscheidungen etwa bei den Lebenshaltungskosten und der Migration – all das kostete ihn Rückhalt. Die Wettanbieter sehen bereits einen klaren Favoriten für die Nachfolge: Andy Burnham, der frühere Bürgermeister von Manchester.

Burnham kündigte kurz nach Starmers Rücktrittsankündigung an, sich um den Labour-Vorsitz zu bewerben. Der 56-Jährige würdigte Starmers „gewaltigen Dienst“ und forderte Fortschritt bei Wirtschaftswachstum, Wohnungen und Chancen für die junge Generation. Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting zog seine Kandidatur zurück und sicherte Burnham seine Unterstützung zu. Damit stehen die Zeichen auf einen raschen Machtwechsel.

Starmer selbst schlug vor, die Nominierungen für die Parteiführung am 9. Juli zu beginnen und noch vor der Sommerpause des Unterhauses (Beginn 16. Juli) abzuschließen. Sollte Burnham ohne Gegenkandidaten antreten, könnte er bereits Mitte Juli Premierminister werden. Im Falle einer Kampfabstimmung wäre die Nachfolge spätestens Ende August geregelt. Bis dahin bleibt Starmer im Amt.

Der Kommentar der Süddeutschen Zeitung sieht in Starmers Scheitern ein Symptom: Die Briten wollen einen Erlöser, keinen Mahner. Starmer habe die Wahrheit gesagt – und sei dafür bestraft worden. Das Land stehe vor der Frage, ob es weiterhin nach einfachen Hoffnungen greift oder endlich die Realität akzeptiert.

, mit dem er Starmer erstmals herausforderte: Andy Burnham gewinnt Nachwahl in Makerfield und fordert Starmer heraus.

Quelle: www.sueddeutsche.de