Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit nur zu etwa 50 Prozent gefüllt, was in Anbetracht der bevorstehenden Wintermonate besorgniserregend ist. Die Preise für Gas steigen bereits, und die Unsicherheit über die kommenden Monate wächst. Normalerweise füllen Gashändler die Speicher im Sommer, indem sie Gas günstig einkaufen und es im Winter zu höheren Preisen verkaufen. Doch dieser Mechanismus funktioniert momentan nicht.
Die Bundesregierung, die eingreifen könnte, hat die Wahl: schlecht oder schlecht. Entweder wird Gas abermals sehr teuer, oder das Land geht mit der knappsten Reserve seit Bestehen der Gasspeicher in den Winter. Auf einen milden Winter zu hoffen, ist keine Strategie.
Die steigenden Großhandelspreise werden für private Haushalte nicht sofort spürbar, da die Auswirkungen von den jeweiligen Verträgen abhängen. Kunden mit variablen Tarifen werden schneller betroffen sein, während Versorger mit langfristigen Verträgen ihre Tarife stabil halten können.
Die Industrie könnte jedoch schneller und schmerzhafter betroffen sein. Sollte Europa in einem kalten Winter mit Asien um Flüssigerdgas konkurrieren müssen, könnten die Preise stark ansteigen. Hohe Preise würden Unternehmen zwingen, ihren Gasverbrauch zu reduzieren, was zwar den Markt entlasten könnte, jedoch negative Auswirkungen auf Produktion und Konjunktur hätte.
, als die Großhandelspreise zeitweise auf ein Vielfaches des heutigen Niveaus anstiegen.
Die Herausforderungen für die Gasversorgung in Deutschland sind also erheblich, und die kommenden Monate werden entscheidend sein.
Quelle: www.sueddeutsche.de



