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IOC hebt Sanktionen gegen Russland vorläufig auf

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) vorläufig aufgehoben. Russische Athleten und Mannschaften können sich damit für Olympia 2028 in Los Angeles qualifizieren.

IOC hebt Sanktionen gegen Russland vorläufig auf
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) vorläufig aufgehoben. Russische Athleten und Mannschaften können sich damit für Olympia 2028 in Los Angeles qualifizieren.

Russische Athleten und Mannschaften können damit wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen, einschließlich der Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Die Weltverbände der einzelnen Sportarten entscheiden nun selbst über die Zulassung russischer Teilnehmer.

Die Aufhebung der Sanktionen ist Teil einer neuen strategischen Ausrichtung des IOC. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sagte nun, die Aufhebung der Sanktionen sei »angesichts unserer neuen strategischen Ausrichtung nur logisch: Wir haben deutlich gemacht, dass wir sicherstellen wollen, dass alle Athleten die Möglichkeit haben, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, ohne für die Handlungen ihrer Regierung zur Rechenschaft gezogen zu werden.« Zugleich, so Coventry, habe das IOC »unmissverständlich klargestellt, dass wir keinerlei Gewalt oder Kriegshandlungen weltweit gutheißen. Und an dieser Haltung werden wir festhalten.« Russland begrüßte die Entscheidung: »Das IOC sendet ein klares Signal: Die olympische Bewegung muss frei von Politik bleiben«, schrieb der russische Sportminister Michail Degtjarjow auf Telegram.

Allerdings gelten weiterhin Einschränkungen: Russische Sportler dürfen bei Olympischen Spielen vorerst nicht unter eigener Flagge und Hymne antreten. Zudem müssen sie verschärfte Anti-Doping-Auflagen erfüllen, darunter mehrere Tests vor der Teilnahme an internationalen Wettkämpfen. Das IOC wird zunächst auch keine Veranstaltungen in Russland durchführen. Die endgültige Entscheidung über Flagge und Hymne soll zu einem späteren Zeitpunkt fallen.

Hintergrund der Sanktionen war der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022. Das IOC hatte Russland und Belarus damals ausgeschlossen. Im Herbst 2023 kamen zusätzliche Sanktionen gegen das ROC hinzu, weil es die annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja in seine Struktur aufgenommen hatte. Belarus war bereits im Mai wieder vom IOC in vollem Umfang zugelassen worden.

Quelle: www.spiegel.de