Der italienische Italo plant, ab 2028 mit 30 Zügen auf hochprofitablen Strecken wie München–Hamburg und München–Dortmund in Deutschland zu fahren. Die EVG sieht darin eine Gefahr für die Anbindung vieler Mittelstädte. EVG-Chef Martin Burkert warnte, wenn Italo „Rosinenpickerei“ betreibe und die Deutsche Bahn von den Hauptstrecken verdrängt werde, zerlege das den gesamten Fernverkehr.
Die Deutsche Bahn könne dann Fernzugverbindungen in der Provinz nicht mehr quersubventionieren, argumentiert die Gewerkschaft. Bisher binde die Bahn viele Orte an den Fernverkehr an, obwohl sich die Verbindungen nicht rechneten – dies funktioniere nur durch eine Mischkalkulation mit den profitablen Hauptstrecken. Laut der EVG-Analyse wären unter anderem Aachen, Augsburg, Bamberg, Chemnitz, Cottbus, Freiburg, Ingolstadt, Jena, Magdeburg, Münster, Norddeich Mole, Osnabrück, Rostock, Saarbrücken, Schwerin und Singen betroffen. In Trier würde eine geplante IC-Anbindung wegfallen.
Burkert forderte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auf, den Wettbewerb fair zu gestalten. Er schlägt Paketlösungen bei der Streckenzuteilung vor: Wer auf den Hauptstrecken Gewinne erziele, müsse auch Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena anfahren. Italo will auch Flixtrain sein Angebot massiv ausweiten.
Quelle: www.spiegel.de



