Andrij Jermak, der ehemalige Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wird als Verdächtiger in einer umfangreichen Korruptionsuntersuchung geführt. Diese wird vom Nationalen Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) geleitet. Die Ermittler haben eine organisierte Gruppe aufgedeckt, die zwischen 2021 und 2025 rund 9 Millionen Euro (460 Millionen Griwna) über ein Luxusimmobilienprojekt in der Nähe von Kyjiw gewaschen haben soll.
In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Behörden wurde bekannt gegeben, dass Jermak als eines der Mitglieder dieser Gruppe identifiziert wurde. Obwohl die Behörden gemäß der ukrainischen Rechtspraxis den Namen von Jermak offiziell nicht nannten, berichteten mehrere ukrainische Medien, dass er die Person ist, auf die sich die Meldung bezieht. NABU und SAPO gaben zudem an, dass sechs weitere Personen als Verdächtige gemeldet wurden und die Ermittlungen weiterhin andauern.
In einem Gespräch mit Reportern in Kyjiw lehnte Andrij Jermak eine detaillierte Stellungnahme ab und erklärte, er wolle den Abschluss der Ermittlungen abwarten. Dmytro Lytvyn, ein Berater von Präsident Selenskyj, äußerte, es sei „zu früh, um die laufenden Verfahrenshandlungen zu bewerten“. Eine formelle Anklage gegen Jermak wurde bislang nicht erhoben.



