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Krankschreibung ab Tag eins: Hausärzte warnen vor Kollaps

Ab dem kommenden Jahr sollen Berufstätige bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Krankschreibung vorlegen. Hausärzte sehen die Versorgung gefährdet – und fühlen sich von der Politik alleingelassen.

Krankschreibung ab Tag eins: Hausärzte warnen vor Kollaps
Bild: media0.faz.net

Ab dem kommenden Jahr sollen Berufstätige bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Krankschreibung vorlegen. Hausärzte sehen die Versorgung gefährdet – und fühlen sich von der Politik alleingelassen.

Die neue Regelung zur Krankschreibung ab dem ersten Tag sorgt für Unmut in der Ärzteschaft. Wie die FAZ berichtet, befürchtet der Kolumnist und Hausarzt, dass die ohnehin überlasteten Praxen noch mehr unter Druck geraten. „Wir haben keine Zeit, Aufpasser für die Politik zu spielen“, schreibt er in seiner Kolumne „Der Landarzt“.

Hintergrund ist eine geplante Gesetzesänderung, wonach Arbeitnehmer bereits am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit eine ärztliche Bescheinigung vorlegen müssen. Die Politik erhofft sich davon weniger Krankmeldungen und mehr Kontrolle. Doch die Realität in den Praxen sehe anders aus, so der Kolumnist.

Immer weniger Hausärzte müssten immer mehr Patienten versorgen. Die Terminbücher seien bereits morgens innerhalb einer Stunde voll. „Manchmal glaube ich, dass Politiker, gerade die in Berlin, doch sehr romantische Vorstellungen davon haben, wie das Leben als Hausarzt so aussieht“, schreibt der Mediziner. Er fordert stattdessen ein konsequentes Primärarztsystem und eine stärkere Förderung der Telemedizin.

Der Kolumnist räumt ein, dass der Umgang mit Krankheit und Arbeit sich gewandelt habe. Sprüche wie „Wer arbeitet, ist selbst schuld“ hörten Ärzte häufig. Doch die alleinige Verantwortung auf die Hausärzte abzuwälzen, sei der falsche Weg. „Die Idee, dass alleine die Hausärzte das Problem lösen, ist keine gute“, betont er.

Quelle: www.faz.net