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Kreml: Gas-Transit durch die Ukraine nicht wiederherstellbar

Dmitri Peskow hat Pläne für eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Europa durch ukrainische Pipelines als derzeit nicht umsetzbar bezeichnet. Er reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journal“.

Kreml: Gas-Transit durch die Ukraine nicht wiederherstellbar
Symbolbild: Ray Bran / Pexels

Dmitri Peskow hat Pläne für eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Europa durch ukrainische Pipelines als derzeit nicht umsetzbar bezeichnet. Er reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journal“.

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hält die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Europa durch Pipelines auf ukrainischem Gebiet für derzeit nicht umsetzbar. Das berichtete das Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda unter Verweis auf die Rubrik Jewropejska Prawda und die russische Nachrichtenagentur TASS.

Peskow äußerte sich am Montag, 2. November, zu einem Bericht des „Wall Street Journal“. Die „Lage vor Ort“ spreche dafür, dass Pläne zur Wiederaufnahme des Gastransits aus Russland durch die Ukraine derzeit nicht möglich seien, sagte er demnach. Zugleich schränkte er ein, dass sich eine Wiederaufnahme der Lieferungen auch in Zukunft kaum absehen lasse. Weitere Pläne hingen von den Wünschen der Käufer und den Möglichkeiten der Lieferanten ab.

Was hinter dem Vorstoß aus Washington steckt

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ unterstützen die USA eine rasche Wiederaufnahme russischer Erdgaslieferungen nach Europa über Pipelines durch die Ukraine. Das Blatt beruft sich auf US-amerikanische, europäische und ukrainische Beamte. Die Idee hatten dem Bericht zufolge die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff bei Reisen nach Moskau und Kyjiw im September vorgebracht. Vorgesehen sei, russisches Gas über einen US-amerikanischen Zwischenhändler zu verkaufen und so die europäischen Sanktionen zu umgehen; für US-Investoren könnte das lukrativ sein.

Die US-Unterhändler gehen laut „Wall Street Journal“ davon aus, dass eine Rückkehr Russlands auf den europäischen Gasmarkt dem Kreml-Chef Wladimir Putin einen starken Anreiz für ein Abkommen geben würde. Die Ukraine wiederum könnte Einnahmen aus Transitgebühren erzielen. Vertreter des Weißen Hauses hätten vorgeschlagen, dass Russland die Erlöse aus den Gasverkäufen nach Europa auf einem Konto in einem Drittland hinterlegt, damit der Kreml das Geld nicht zur Finanzierung des Krieges nutzen kann. Nach Angaben aus dem Bericht versuchten die USA zudem, die EU für den Vorschlag zu gewinnen.

Brüssel bleibt beim Ausstieg

Die Europäische Kommission hatte am 28. Oktober erklärt, die EU plane auch nach dem Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine keine Wiederaufnahme russischer Gasimporte. Der Ausstieg ist rechtlich festgeschrieben: Nach geltendem EU-Recht müssen alle Käufe russischer Erdgaslieferungen bis Ende 2027 vollständig auslaufen. Das Europäische Parlament hatte die Regelung im Dezember 2025 beschlossen, die Mitgliedstaaten gaben dem Plan zur Sperre russischer Gasimporte bis Ende 2027 am 26. Januar 2026 ihre abschließende Zustimmung. Die Slowakei und Ungarn stimmten dagegen. Die REPowerEU-Verordnung, die den schrittweisen Ausstieg aus russischem Pipelinegas und Flüssigerdgas regelt, wurde am 2. Februar 2026 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Das Verbot kurzfristiger Gasverträge mit Russland gilt seit dem 17. Juni.

Laut „Wall Street Journal“ lehnen europäische Vertreter die Idee einer Rückkehr russischen Gases auf ihre Märkte weitgehend ab. Ein hochrangiger Vertreter eines nordeuropäischen Landes sagte dem Blatt, eine Wiederaufnahme russischer Gaskäufe widerspreche allem, wofür Europäer kämpften. Ein hochrangiger Vertreter eines großen europäischen Landes verglich den Vorschlag mit dem Vorgehen des früheren britischen Premierministers Neville Chamberlain, der die Tschechoslowakei an Hitler ausgeliefert habe, um im Gegenzug wirtschaftliche Abmachungen zu erhalten.

Die USA erwägen dem Bericht zufolge außerdem eine mögliche Wiederaufnahme des Betriebs der Nord-Stream-Pipelines als potenziell wichtigen Baustein einer umfassenderen Vereinbarung – nicht nur zur Beendigung des Krieges in der Ukraine, sondern auch zur Beilegung langjähriger Streitigkeiten zwischen Russland und den europäischen Verbündeten Amerikas. Bereits zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach die USA europäischen Ländern vorgeschlagen hätten, einen Teil der nach Beginn des russischen Angriffskriegs eingefrorenen russischen Staatsvermögen freizugeben und in eine Finanzstruktur unter Kontrolle Washingtons zu überführen.

Der Zeitpunkt des Vorstoßes hängt auch mit den ukrainischen Angriffen auf russische Ölraffinerien zusammen. Laut „Wall Street Journal“ war der Plan im vergangenen Monat zunächst zurückgestellt worden, nachdem die Ukraine auf Druck von US-Präsident Donald Trump für fast zwei Wochen einseitig Angriffe auf russische Raffinerien ausgesetzt hatte. Russland setzte seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur jedoch fort. Nach der Wiederaufnahme ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien kam der Vorschlag für einen umfassenderen Energiewaffenstillstand vor den für Mitte November geplanten trilateralen Gesprächen wieder auf den Tisch.

Anmerkung der Redaktion: Ob und in welcher Form die Gespräche Mitte November tatsächlich stattfinden, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor. Peskow äußerte sich zu dem Gas-Vorschlag; zu den Beratungen über einen Energiewaffenstillstand nannte er keine Einzelheiten.

Quellen

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