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Rentenreform: Gewerkschaften kritisieren Abschaffung der Frührente

Die Vorschläge der Rentenkommission zur Reform der gesetzlichen Rente stoßen auf geteilte Reaktionen. Während die Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Pläne als überfällig lobt, lehnen Gewerkschaften die geplante Streichung der Rente nach 45 Beitragsjahren ab.

Rentenreform: Gewerkschaften kritisieren Abschaffung der Frührente
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Die Reformvorschläge der Rentenkommission, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vollständig umsetzen will, haben in der Wirtschaft ein geteiltes Echo ausgelöst. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, sagte: »Die Vorschläge der Rentenkommission markieren wichtige Schritte auf dem Weg zu einer überfälligen Reform unseres Rentensystems« und betonte die Notwendigkeit eines tragfähigen Systems für den Standort. Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bewertete die Empfehlungen als fundierten Beitrag für eine dringend nötige Strukturreform.

Kritik kommt dagegen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di). DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi erklärte, die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren sei falsch: „Rentenpolitik ist eben nicht nur Mathematik – sie ist auch eine Frage der Gerechtigkeit.“ Ver.di-Chef Frank Werneke ergänzte, wer 45 Jahre gearbeitet habe, müsse abschlagsfrei früher in Rente gehen können. Die DIHK sieht in einem Stopp der Frühverrentung dagegen ein wichtiges Signal gegen den Fachkräftemangel und spricht von 250.000 Menschen jährlich, die dem Arbeitsmarkt erhalten blieben.

Positiv bewerten die Gewerkschaften den Vorschlag, Minijobs weitgehend abzuschaffen, sowie die geplante Einbeziehung von Abgeordneten, Selbstständigen und Vorständen in die gesetzliche Rente. Die Kommission hatte zuvor empfohlen, das Rentenalter langsamer anzuheben und die private Altersvorsorge zu reformieren.

Quelle: www.spiegel.de