Steinmeier rief „allen in meinem eigenen Land“ zu, die nach der verlorenen Wahl den Nutzen der UN in Frage stellten oder sogar eine Rückführung des Engagements forderten. Ein hessischer Minister hatte eine Kürzung ins Spiel gebracht. Die Ablehnung der deutschen Bewerbung für einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat nannte Steinmeier eine „bittere Niederlage“, die Anlass zu kritischen Fragen an Widersacher und an sich selbst gebe.
Der Bundespräsident beklagte einen „Zeitgeist der Brutalität und Rücksichtslosigkeit“ in der internationalen Politik. „Rohe Machtpolitik, Nullsummendenken und Konfrontation ersetzen mehr und mehr die Pfeiler der kooperativen und regelbasierten Ordnung“, sagte er. Ohne mehr internationale Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen ließen sich globale Herausforderungen wie Klimawandel, Hunger und Armut nicht bewältigen.
Zugleich übte Steinmeier Kritik an den Vereinten Nationen selbst: Sie müssten effizienter und effektiver werden. Gerade weil der politische Wind den UN entgegenwehe, müssten die in und für die Organisation Arbeitenden das Gegenteil beweisen – dass die UN bessere Ergebnisse liefern könnten als „die starken Männer mit ihren Allmachtsfantasien“. Die Konferenz in Hamburg steht unter dem Motto „Die Kraft der Zusammenarbeit: Gemeinsam Fortschritt vorantreiben“ und versammelt rund 1.600 Teilnehmer aus 115 Ländern.
Quelle: Tagesschau



